Grüne gegen Kürzungen an der Martin-Luther-Universität

Von dpa
Demonstranten sitzen mit ihren Plakaten vor der Martin-Luther Universität.
Demonstranten sitzen mit ihren Plakaten vor der Martin-Luther Universität. Johannes Stein/dpa-Zentralbild/dpa/Archivbild

Magdeburg - Die Landtagsfraktion der Grünen lehnt die jüngst bekannt gewordenen Pläne der Martin-Luther-Universität (MLU) Halle-Wittenberg zu Kürzungen des Lehrangebots ab. Diese schadeten der Attraktivität des Studienstandorts Halle und verschlechterten die Situation für Studierende und Mitarbeitende, erklärte Olaf Meister, hochschulpolitischer Sprecher der Fraktion, am Mittwoch in Magdeburg. Es müsse dringend „ein ergebnisoffener Diskussionsprozess über die zukünftigen Hochschulstrukturen und ihre Finanzierung vorangetrieben werden.“

Die Kürzungspläne des Rektorats umfassen nach Angaben der Grünen unter anderem die Institute für Sport- und Altertumswissenschaft sowie zahlreiche kleine Fächer. „Gerade die kleinen Fächer machen das Profil der MLU aus“, so Meister. Ihre Schließung führe dazu, dass die überregionale Bedeutung der Universität abnehme. Unabhängige Universitäten dürften ihr Studienangebot nicht am ökonomischen Nutzen von Instituten und Lehrstühlen festmachen.

Das Rektorat der Uni hält wegen fehlender finanzieller Mittel die Streichung von etwa 100 Vollzeitstellen für notwendig, um „eine nachhaltige Handlungsfähigkeit der Universität gewährleisten zu können“, hieß es in einer Vorlage, die Anfang Juni im Senat besprochen wurde.

Die Unterfinanzierung der MLU beläuft sich nach Angaben der Uni auf rund 15 Millionen Euro jährlich. Dafür soll auch eine „profilbezogene Verdichtung im Angebot der sogenannten kleinen Fächer“ vorgenommen werden. Das heißt, mehrere Fächer wie Latinistik, Indologie und Japanologie sollen gestrichen werden.