Magdeburg l Aus Sicherheitsgründen sind in Sachsen-Anhalt sämtliche Verbindungen zum gemeinsamen Rechenzenztrum der Justiz in Barby gekappt worden. Auslöser war eine Störung des Servers im Justizministerium. "Als die Mitarbeiter am Morgen ihre Rechner anschalteten, bauten sich die Bildschirmbilder nicht mehr auf", beschrieb Justiz-Staatssekretär Hubert Böning das Problem. Daraufhin habe man alle Leitungen, auch die der Gerichte und Staatsanwaltschaften vorsorglich gekappt und die Systeme heruntergefahren. Weil zufällig eine auf Sicherheit spezialisierte Fachfirma die neue Sicherheitsstruktur im Rechenzentrum Barby aufbaut, konnte am Vormittag gleich der Test im Rechenzentrum beginnen. Demnach soll es dort keine Infizierung mit einer Schadsoftware gegeben haben, erklärte Böning.

Bis zum Nachmittag wolle man nun die Staatsanwaltschaft und Gerichte im Land nach und nach wieder an das Netz nehmen. Das Justizministerium selbst bleibe vorerst offline. Dort müsse weiter geprüft werden, ob es sich um eine Computerpanne oder einen Angriff durch eine Schadsoftware handelt. Böning: "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt sind wir uns sicher, dass keine Daten irgendwo abgeflossen sind." Der Grund der Vorsicht hänge mit zeitgleichen Computer-Problemen in Schleswig-Holstein, Bremen und Hamburg zusammen. Zunächst war man auch dort von einer Infizierung durch eine Schadsoftware ausgegangen. Diese bestätigtete sich aber nicht. Dort hatte der Ausfall technische Ursachen.

Daten dezentral gespeichert

Grundsätzlich verfügen alle Gerichte und Staatsanwaltschaften in Sachsen-Anhalt über eigene Server. Die Daten sind noch dezentral gespeichert. Als Verbindung nach draußen sind alle Einheiten der Justiz aber über das Rechenzentrum in Barby verbunden.

Erst 2017 gab es einen Angriff aus das Computersystem des Landtags in Sachsen-Anhalt.