Magdeburg/Berlin (dpa) l In Sachsen-Anhalt bekommt nur jedes zehnte berechtigte Kind zwischen 6 und 15 Jahren staatliche Leistungen zur Teilhabe am sozialen und kulturellen Leben. Von insgesamt 30.240 leistungsberechtigten Kindern und Jugendlichen aus Hartz-IV-Familien hätten von August 2017 bis Juli 2018 nur 3046 tatsächlich entsprechende Leistungen bezogen, also 10,1 Prozent, teilte der Paritätische Gesamtverband am Dienstag in Berlin mit. Damit lag Sachsen-Anhalt den Angaben zufolge noch unter dem Bundesdurchschnitt von 14,6 Prozent. Bundesweit würden 85,4 Prozent der Berechtigten nicht erreicht, in Sachsen-Anhalt seien es sogar fast 90 Prozent.

Auch innerhalb des Landes ist die sogenannte Teilhabequote sehr unterschiedlich. Den höchsten Wert weist mit 17,6 Prozent das Jerichower Land auf, den niedrigsten teilen sich mit jeweils 7,4 Prozent der Börde- sowie der Burgenlandkreis.

Die Leistungen für benachteiligte Kinder und Jugendliche seien in ihrer Höhe unzureichend und in der bestehenden Form nicht geeignet, Kinderarmut zu bekämpfen, Teilhabe zu ermöglichen und Bildungsgerechtigkeit sicherzustellen, kritisierte der Wohlfahrtsverband. Mit Geld aus dem Bildungs- und Teilhabepaket sollen Hilfen zur Teilnahme an kultureller Bildung, dem Sport oder anderer Formen der sozialen Teilhabe bezahlt werden.