Aus Sicht des Seilbahn-Investors ist die Wendenkampf-Personalie ein genialer Schachzug. Mit der „grünen Faust“ von einst gewinnt das Unternehmen an juristischer Schlagkraft. Denn eines muss man Wendenkampf lassen: Er kennt die Tücken des FFH-Umweltrechts wie kaum ein anderer. Und er kennt wahrscheinlich auch jede Moorfichte am Winterberg persönlich, da er sich - noch in der Funktion als BUND-Geschäftsführer und Seilbahngegner - intensiv mit dem Vorhaben befasst hat.

Für die Umweltaktivisten erscheint Wendenkampfs Volte freilich wie Hochverrat. In der vor Idealismus strotzenden Szene dürfte eine heftige Debatte beginnen. Wendenkampf muss damit rechnen, dass er aus dem Verband fliegt. Nun hat er dort nicht mehr viel zu verlieren, da sich die Verbandskarriere ohnehin erledigt hat. Sein Seitenwechsel ist dennoch riskant, da eine lange Laufbahn als Berater nicht sicher ist. Denn man weiß ja: Die Leute mögen den Verrat, aber nicht den Verräter.

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