Halle (dpa) l Eine Woche nach seiner Flucht aus dem Landgericht in Halle sitzt ein 33-Jähriger wieder im Gefängnis. Der Mann sei am Dienstagnachmittag im Stadtgebiet von Halle festgenommen worden, sagte eine Polizeisprecherin. Ein Beamter, der nicht im Dienst war, habe den Flüchtigen erkannt. Er sei dem 33-Jährigen unauffällig gefolgt und habe die Kollegen informiert. Der Häftling wurde zurück ins Gefängnis gebracht. Bis zum Nachmittag war noch vergeblich nach ihm gefahndet worden.

Dem mit Handschellen gefesselten Untersuchungshäftling war am 5. Juni während einer Verhandlungspause die Flucht aus dem Gerichtsgebäude gelungen. Er hatte sich zusammen mit seinem Anwalt auf einem Flur aufgehalten und war während des Gesprächs davongelaufen. Zwei Justizwachtmeister konnten dem unter anderem wegen Diebstahls angeklagten Mann nicht folgen. In einer Einkaufspassage waren später die Handschellen sowie ein T-Shirt aus der Justizvollzugsanstalt gefunden worden.

Ein überarbeitetes Sicherheitskonzept

Unmittelbar nach der Flucht hatte Gerichtspräsident Jörg Engelhard ein überarbeitetes Sicherheitskonzept angekündigt. So sollen Gespräche zwischen Verteidigern und ihren Mandanten künftig nicht mehr ohne weiteres auf den Fluren möglich sein. Entweder sollen den Beschuldigten Fußfesseln angelegt werden oder die Gespräche sollen im Verhandlungssaal stattfinden, während zwei Wachtmeister die Tür bewachen.

Wann der Prozess gegen den 33-Jährigen fortgesetzt wird, entscheide die Justiz, sagte die Polizeisprecherin. Die Flucht an sich sei keine Straftat.