Magdeburg l Der „Willhelm-Grill“ ist ein smarter Holzkohlegrill, der sich über eine Handy-App steuern lässt. Erfindung und Geschäftsidee kommen von zwei Gründern aus Kabelsketal (Saalekreis). Mit ihrem High-End-Produkt mussten sich Michael Schunke und Mathias Dögel in der am Dienstag auf Vox ausgestrahlten Gründershow „Höhle der Löwen“ allerdings eine Abfuhr von Frank Thelen und Co. abholen. „Wir gehen trotzdem positiv aus der Sendung raus. Uns ging es ja vor allem darum, das Gerät zu präsentieren“, sagt Michael Schunke.

Die Geschäftsidee der Sachsen-Anhalter geht auch auf eigene Grillerfahrungen zurück. Das teure T-Bone-Steak auf dem Grill richtig hinzubekommen – mitunter ging das in die Hose. Von außen knusprig, innen noch blutig. Die Temperatur wollte einfach nicht passen. Problemlöser: der vernetzte Grill. Mit einer App lassen sich das Grillthermometer, die Stärke der Lüfter und das fahrbare Glutbett überwachen und steuern. Ein edler Grill aus Edelstahl – irgendwie zeitgeistig. „Frank Thelen fand den Grill ganz cool“, sagt Schunke.

Gründer geben nicht auf

Dass die Jury letztlich geschlossen vor der Investition zurückschreckte, lag wohl an den Kosten: Mit 5000 Euro schlägt der Grill zu Buche. Ein stolzer Preis – der aber sinken soll, betont Schunke. 20 Prozent der Firmenanteile für 600 000 Euro boten die Gründer. Zu gewagt für die „Löwen“. Grillen – das sei dann doch ein eher analoges Ding, urteilten die Promi-Investoren.

Aufgezeichnet wurde die Sendung vor einem Jahr. Aufgegeben haben die Geschäftsführer von Willhelm Technologies nicht. Eigenes Geld haben sie in die Entwicklung gesteckt. 20 Grills habe man immerhin im vergangenen Jahr verkauft, sagt Michael Schunke. In diesem Segment zu diesem Zeitpunkt ein passables Ergebnis.

Wachstum ist natürlich dennoch die Devise. Derzeit nehmen vor allem Anfragen aus der Schweiz zu. Vom TV-Auftritt könnte ein neuerlicher Impuls ausgehen. Für die Zukunft kann sich Schunke eine Kooperation mit einem gestandenen Grillhersteller vorstellen. Die Gründer aus Kabelsketal sehen sich ohnehin eher als Entwickler. Und der „Spaß am Business“, sagt Schunke, soll bitte auch nicht zu kurz kommen.