Bestattung

In Aschersleben darf Bello jetzt mit ins Grab

Der Aschersleber Stadtrat erlaubt erstmals in Sachsen-Anhalt die gemeinsame Bestattung von Mensch und Tier.

Von Elisa Sowieja 08.09.2016, 01:01

Aschersleben l Aschersleben im Salzlandkreis wird zum Vorreiter bei der Tierbestattung: Als erste Stadt in Sachsen-Anhalt ermöglicht sie es, dass sich Hund und Herrchen gemeinsam begraben lassen. Am Mittwochabend hat der Stadtrat den Weg für die sogenannte Mensch-Haustier-Bestattung freigemacht.

Auf einem neu angelegten Feld mit verschiedenen Grabarten werden nun 20 Grabstellen für jeweils zwei Tier- und zwei Menschenurnen geschaffen. Dabei ist es sogar möglich, dass ein Vierbeiner bereits vor seinem Herrchen oder Frauchen beigesetzt wird.

Das neue Angebot startet noch in diesem Monat. „Das Feld wird am 24. September eröffnet, ab dem 26. September können wir die Gräber vergeben“, berichtet André Könnecke vom städtischen Bauwirtschaftshof, der den Friedhof in Aschersleben verwaltet und von dem auch die Initiative ausging.

Auf die Idee gekommen war Könnecke durch Gespräche mit Besuchern des Tierfriedhofs, den es in der Stadt bereits gibt: „Dort wurde ich häufig auf eine gemeinsame Bestattung angesprochen. Beim Besuch eines Kollegen in Essen habe ich dann gesehen, dass so etwas möglich ist.“

In Essen und in Braubach bei Koblenz (Rheinland-Pfalz) gibt es diese Form von Gräbern seit rund einem Jahr, vor einigen Monaten zog das nordrhein-westfälische Gefrath nach.

Eine Grabstelle für Tierliebhaber in Aschersleben kostet für 15 Jahre knapp 760 Euro. Friedhofsverwalter Könnecke zufolge gebe es bereits jetzt eine handvoll ernsthafter Interessenten.

Rechtlich sind gemeinsame Gräber von Mensch und Tier kein Problem. Die Zustimmung des Veterinäramts im Salzlandkreis liegt bereits vor, auch das Sozialministerium hat bisher keine Einwände. Nun muss nur noch die Friedhofssatzung der Stadt geändert werden.

Auch in Magdeburg könnte es bald eine Mensch-Tier-Bestattung geben. Die Stadtratsfraktion CDU/FDP/Bund für Magdeburg hat im Mai einen Antrag gestellt. Nun wägt die Stadtverwaltung ab, wie sie sich dazu positioniert.