Langenweddingen (dpa) l Aus Sicht von Jägern werden eingewanderte Arten zum Problem für die heimische Tierwelt. So verdränge etwa die Nilgans andere in Sachsen-Anhalt lebende Vögel, erklärte der Geschäftsführer des Landesjagdverbands Sachsen-Anhalt, Wilko Florstedt. Vogelkundler beobachten ihm zufolge verstärkt, dass sich die ursprünglich aus Afrika stammende Nilgans aggressiv verhält. Sie verteidige ihre Nester und gehe mit anderen Vögeln – wie etwa Störchen und Greifvögeln – nicht zimperlich um.

Zur letzten Erhebung im Jahr 2017 wurden nach Verbandsangaben 630 Brutpaare im Land gezählt. Fünf Jahre zuvor waren es nur 191 Brutpaare. Der Landesjagdverband fordert, den Vogel mit den auffällig dunklen Augenflecken künftig in Sachsen-Anhalt zu bejagen. Bislang dürfen Jäger nicht auf die Nilgans abfeuern. In Sachsen-Anhalt zählen den Angaben zufolge unter anderem Waschbär, Nutria und Marderhund zu den invasiven Arten.