Magdeburg l Für Kletterfreunde in und um Magdeburg gibt es künftig eine neue Örtlichkeit, wo sie ihrem Hobby frönen können. „Magdeburg ist einer der letzten weißen Flecken auf der Kletterlandkarte“, sagt Michael Weidner. Das war für ihn und Torsten Paulix auch der ausschlaggebende Punkt, etwas an dieser Situation zu ändern. Mit einer Werkhalle im Sirius Business Park, auch bekannt als Neustädter Höfe, war ein perfektes Areal gefunden.

Zwar stellt der 950 Quadratmeter umfassende Raum noch eine einzige große Baustelle dar, doch geht der Umbau gut voran. „60 Prozent der Kletterwände stehen bereits“, erklärt Michael Weidner, während er durch den Innenraum führt und auf die Wände zeigt, die jeden Kubisten vor Neid erblassen lassen würden. Die Holzplatten, die dafür verbaut werden, wurden vor Ort selbst geschnitten und gefräst, denn nach Möglichkeit „schmiedet“ man alles selbst.

Der Name der Anlage kommt auch nicht von ungefähr. Michael Weidner ist zum einen gelernter Goldschmied, erklärt aber auch weitere Bedeutungen des Namens: „Bei uns kann man an seiner Kraft und Geschicklichkeit schmieden. Auch neue Talente im Klettersport wollen wir hier schmieden. Außerdem hört man ‚Schmiede‘ und denkt an etwas Warmes. Genau das wollen wir schaffen, einen Ort mit Herz, den man gerne besucht.“

Kletter-Leidenschaft in Australien entdeckt

Der 38-Jährige hat seine Leidenschaft fürs Klettern bei einer Work- and Travel-Reise in Australien entdeckt. „Ich habe den Felsen gesehen und bin rangegangen. Ich war sofort begeistert davon und habe mir eine Kletterausrüstung gekauft“, erinnert er sich mit einem Grinsen. Torsten Paulix‘ Kletter-Karriere hat sogar noch eher begonnen. Vor nunmehr 20 Jahren hat er die ersten Felsen im Harz bestiegen. „Ist man einmal angefixt, hört man nicht mehr damit auf“, schmunzelt der 46-Jährige.

Die Vorteile des Boulderns beschreibt Paulix wie folgt: „Man bleibt fit. Durch die permanente Körperspannung beim Bouldern ist es ein Ganzkörpertraining, bei dem Muskelgruppen angesprochen werden, die ansonsten kaum benutzt werden.“ Und weil „Klettern hungrig und durstig macht“, wie Torsten Paulix sagt, wird es vor Ort natürlich auch Snacks und Getränke geben.

Rutschstange wie bei Feuerwehr

Zudem hält die Bloc-Schmiede zwei Besonderheiten bereit, die die Anlage laut Aussagen der Betreiber von anderen Boulderhallen abhebt und sie dadurch einzigartig macht. Das ist zum einen eine Feuerwehrrutschstange, die von einem erhöhten Plateau einen schnellen Weg zurück auf den Hallenboden bietet. Sie wurde von Torsten Paulix von der Hauptfeuerwache in Magdeburg organisiert. Als Berufsfeuerwehrmann war er sofort begeistert von der Idee.

Die zweite Besonderheit stellt ein rund zwölf Meter langes Kletterdach dar, das man in Spiderman-Manier durchklettern und -hangeln kann. Auch dieses Konstrukt ist laut Michael Weidner in einer Boulderhalle einzigartig, zumindest habe er so etwas „bisher noch nie gesehen“.

Für die Gestaltung des Innenraums haben die Kletterfreunde Hilfe von einem weiteren Boulder-Experten bekommen. René Grabis hat selbst eine Boulder-Halle in Leipzig eröffnet, so dass sich die Magdeburger auf sein Know-how verlassen können. Mit über 3000 Griffen ergibt sich eine schier endlose Anzahl an Wegen, die erklettert werden können. Die unterschiedliche Farbgebung der Halterungen weist dabei auf den Schwierigkeitsgrad hin. „Wir werden sowohl für Anfänger, als auch für Profis etwas dabei haben“, erklärt Michael Weidner.

Boulder-Szene wächst

Die Betreiber sind sich sicher, dass das Konzept der Bloc-Schmiede aufgehen wird. „Die Boulder-Szene in und um Magdeburg ist noch nicht sehr groß, aber sie wächst beständig“, sagt Michael Weidner und Torsten Paulix fügt hinzu: „Das Konzept läuft in anderen Städten, also wird es auch hier funktionieren.“ Wenn nichts Unvorhersehbares dazwischenkommt, rechnen die beiden für Ende Januar / Anfang Februar mit der Eröffnung der ersten Boulderhalle in Magdeburg.

Wer schon einmal in die Boulderhalle und den Sport reinschnuppern möchte, ohne sich gleich selbst körperlich zu betätigen, kann dies am 25. Januar machen. Dann werden ab 20 Uhr unter dem Namen „Reel Rock 12“ diverse Kletterfilme in der Bloc-Schmiede gezeigt.

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