Staßfurt l Als Ausnahmetalent wird der Staßfurter Tobias Wilke zurecht spätestens seit diesem Jahr bezeichnet. Denn als 18-Jähriger hat er ein komplettes Musical selbst getextet, die Musik geschrieben und als Dirigent die Instrumentalisten und Sänger angeleitet. Herausgekommen ist dabei das Musical „Elion“, das nicht nur die Eltern der mehr als 70 Mitwirkenden begeistert hat. Denn auch das ist etwas Besonderes: Auf der Bühne werden Schüler der Kreismusikschule und des Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasiums vereint. „Elion“ ist also ein neues orchestrales Werk, das von einem jungen Mann erdacht und gemeinsam mit jungen Menschen umgesetzt wurde und am Ende ein breites Publikum mit sechs Aufführungen begeistert hat.

Worum geht es? Das Musical spielt in Irland zur Zeit der Kelten. Elion ist ein junger Mann, der in seiner Kindheit seinen Vater verloren hat. Als Elion erwachsen wird, will er nach seinen Wurzeln suchen und macht sich auf die Suche nach den Spuren seines Vaters. Der Beginn von Abenteuern.

Und die Akteure? Tobias Wilke hat den Schulchor des Staßfurter Dr.-Frank-Gymnasiums unter der Leitung von Bettina Eisenächer sowie das Streichorchester „Saitenspiel“ der Musikschule des Salzlandkreises „Bela Bartok“ Schönebeck unter der Leitung von Susanne Visontay und Chav-dar Kunchev zusammengeführt. Darüber hinaus hat der Staßfurter eine Band aus einzelnen Kreismusikschülern zusammengestellt. Diese bunt zusammengewürfelte Gruppe dirigiert Tobias Wilke mit seinen 18 Lenzen wie ein alter Hase. Ob am Klavier oder auf einem Podest, der junge Mann weiß, was er tut.

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Schon die Staßfurter Theaterleiterin Sandra Gärtner hatte ihm nach der Aufführung im Mai in der Bodestadt empfohlen, sich mit diesem Stück für den Jugend-Kultur-Preis des Landes zu bewerben. Sie hatte ihm einen ersten Platz prophezeit. Mit dem Erfolg gerechnet hat Tobias Wilke trotzdem nicht.

„Wir stapeln lieber tief“, sagt Susanne Visontay, Leiterin von „Saitenspiel“, noch am Donnerstag zuvor bei der Generalprobe für den Auftritt bei der Preisverleihung. „Es ist für uns schon allein eine Ehre, überhaupt ausgezeichnet zu werden“, fügt Tobias Wilke hinzu. Zu dem Zeitpunkt war den Musikern bereits klar, dass sie einen Preis erhalten werden, jedoch die genaue Platzierung war unklar. Dementsprechend groß war die Aufregung im Vorfeld. Auch deshalb, weil die rund 70 Instrumentalisten und Sänger nach den erfolgreichen sechs Aufführungen inzwischen an neuen Stücken proben.

„Elion“ ist vielfältig

Für die Präsentation bei der Festveranstaltung in Magdeburg haben sie sich für zwei Ausschnitte aus dem gut anderthalbstündigen Musical entschieden. Damit zeigen sie die Vielfalt, mit der „Elion“ nicht nur die Zuschauer der bisherigen Aufführungen, sondern auch die Jury für den Jugend-Kultur-Preis des Landes überzeugt haben. Zu Recht. Tobias Wilke hat ein orchestrales Werk geschaffen, das musikalisch beeindruckt. Dabei bedient er sich der irischen Folkmusik, die die klassischen Töne hervorragend ergänzt. Da es inhaltlich um den ewigen Kampf zwischen dem Guten und dem Bösen geht, bietet der Ausschnitt mit dem Titel „Ich bin böse“ einen guten Einblick in die Geschichte.

Ursprünglich waren vier Aufführungen geplant. Doch die Premiere in Schönebeck und schließlich die erste Aufführung in seiner Heimatstadt Staßfurt haben dem jungen Musiker derart viel Beifall gepaart mit Lob eingebracht, dass er am Ende sechs Aufführungen des fulminanten Werkes geboten hat. Die Krönung ist nun der Jugend-Kultur-Preis des Landes.