Gespräche mit einem Toten Naturapostel fasziniert: Neues Buch über Gustav Nagel wird in Arendsee vorgestellt
Der Arendseer Wanderprediger Gustav Nagel starb 1952. Auch Jahrzehnte nach seinem Tod, löst der Mann Interesse aus. Nun ist eine Biografie über ihn erschienen.

Arendsee/hz - Gustav Nagel fasziniert auch Jahrzehnte nach seinem Tod. Die Ethnologin Heike Behrend stellt am Sonntag, 18. Januar, ab 15.30 Uhr im Flair-Hotel Deutsches Haus ihr neues Buch „Gespräche mit einem Toten“ vor. Zum Hintergrund: Als die Wissenschaftlerin nach der Wende das Haus ihres Großvaters besuchte, stieß sie am Arendsee auf den christlichen Propheten Gustav Nagel, der 1874 im Kaiserreich geboren wurde und 1952 in einer Irrenanstalt in der DDR starb.
Als Teil der Lebensreformbewegung war der deutschnationale Prophet sein Leben lang vielfältiger Verfolgung ausgesetzt. Anhand seiner Selbstbilder auf Postkarten und seiner Texte, die lokale Heimatforscher bereits zu DDR-Zeiten gesammelt und archiviert haben, sowie in Gesprächen mit ihnen und dem Toten entwirft Heike Behrend Nagels Biografie. Die Autorin lernte, was es heißt, gemeinsam und solidarisch ethnografisches und historisches Wissen zu erzeugen.