Magdeburg l Nach dem Schulabschluss hat man unendlich viele Möglichkeiten - und genauso viele Fragen. Soll ich ab ins Ausland? Lieber eine Ausbildung machen oder studieren? Und wie soll ich alles finanzieren? Alina Stein hat 2012 ihr Abitur mit 1,0 am Norbertusgymnasium gemacht, sich dieselben Fragen gestellt und Antworten gefunden.

Vier Jahre später ist die Liste ihrer Stationen lang: Nach einem FSJ in der Auslandsgesellschaft Magdeburg ging sie zum Studium an die internationale Jacobs University in Bremen. „Ein Stück Ausland in Deutschland“, sagt sie, denn auf dem kleinen Campus lernen und leben Studierende aus über 110 Nationen. Alina studierte dort Molekularbiologie und stand von Anfang an viel im Labor. So konnte sie früh Praktika an den Krebsforschungszentren in Heidelberg und Cambridge sowie in Singapur absolvieren. Seit diesem Jahr studiert sie im Master Virologie an der University of Cambridge.

Viele kneifen, aber warum nur?

Erleichtert wurde ihr all das durch mehrere Stipendien, u. a. bei der Studienstiftung des deutschen Volkes und der Konrad-Adenauer-Stiftung. Dafür sei ihr guter Abischnitt hilfreich, aber nicht alles. Alina macht allen Mut, sich einfach mal zu bewerben: „Man sollte sich nicht abhalten lassen, weil das Abi nicht gut ist. Ehrenamt ist viel wichtiger!“

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80 Prozent der Studierenden haben sich noch nie auf ein Stipendium beworben. Portale wie MyStipendium oder Stipendienlotse listen 2300 verschiedene Stipendien mit ganz unterschiedlichen Zielgruppen. Darunter auch Stipendien für die exotischsten Lebensläufe oder die verrücktesten Nebenjobs. Wer aufmerksam sucht, wird fast immer fündig. Neben finanzieller Unterstützung lockt oftmals auch ein riesiges, internationales Netzwerk, über das Alina besonders froh ist.

Herbe Rückschläge hatte sie bisher nicht, aber auch bei ihr klappen nicht alle Bewerbungen. Für ein Vollstipendium in Cambridge wurde sie abgelehnt. „Das muss man auch erst mal wegstecken“, sagt sie.

Ihre Eltern haben ihr geholfen und sie inspiriert, da beide selbst sehr engagiert sind. „Das hat es mir leichter gemacht, mich auch zu engagieren. Viele haben diese Unterstützung nicht“, weiß Alina, die viel in der Kirche mitgearbeitet und Nachhilfe gegeben hat. Und wer weiß, wo ihr Tatendrang sie noch hinführt: „Schon in der Schule habe ich davon geträumt, dass ich mal etwas bewegen kann.“ Einmal selbst Professorin zu sein, ist ihr größter beruflicher Traum.

Privat zieht es sie zurück nach Deutschland, „irgendwo in die Nähe“. Schon jetzt versucht sie, einmal im Monat nach Magdeburg zu kommen. Auch hier könne man z. B. in der Neurologie arbeiten.

Bleibt die Frage, wie sie all das schafft: eine gute Zeitplanung sei dazu am wichtigsten, ebenso To-do-Listen: „Ich gebe lieber früher ab als zu spät anzufangen.“ An Prüfungen und Lernen hat auch Alina keinen Spaß, „aber mit dem Ziel vor Augen geht das“. Als Ausgleich macht sie Sport und verreist gern. Auch wenn ihr Alltag oft anstrengend und stressig ist: „Man muss das ja alles nicht machen. Mir macht das wirklich Spaß.“