Magdeburg (dpa) l Am 26. Mai werden in Sachsen-Anhalt mehr als 1000 kommunale Vertretungen neu gewählt. Mehrere Tausend Kandidaten stellen sich dabei zur Wahl. Die Suche nach Bewerbern war nicht immer einfach.

Interessant ist: Parteiunabhängige Wählergruppen stellen bei den Kommunalwahlen in Sachsen-Anhalt die größte Gruppe unter den insgesamt 14 473 Kandidaten. Bei den Kreistags-, Stadtrats- und Gemeinderatswahlen gehen am 26. Mai 4864 Bewerber auf Listen solcher Wählergruppen ins Rennen, wie die Landeswahlleitung auf Anfrage mitteilte. Für die Wahlen zu den Ortschaftsräten liegen keine gesammelten Angaben vor.

CDU stellt 3100 Kandidaten

Auch für die Parteien kandidieren Tausende Bewerber. Die größte Gruppe stellt die CDU mit 3100 Kandidaten für Kreistage, Stadt- und Gemeinderäte, gefolgt von der SPD mit 1864 und der Linken mit 1523 Kandidaten. Die FDP schickt laut Landeswahlleitung 1031 Bewerber ins Rennen, bei der AfD sind es 659 und für die Grünen 630. 236 Kandidaten treten als Einzelbewerber an.

Die Suche nach geeigneten und motivierten Kandidaten gestaltete sich dabei nicht immer einfach, wie die Parteien auf Anfrage berichteten. Dennoch zeigten sich die meisten Parteien mit dem Ergebnis zufrieden. Viele setzen auch auf parteilose Bewerber, die auf ihren Listen kandidieren.

Parteilose treten für SPD an

„Wir sind stolz darauf, dass uns viele Parteilose nah stehen und gemeinsam mit uns kandidieren und 90 Prozent der Räte abdecken“, teilte etwa die SPD mit.

Die CDU schickt eigenen Angaben zufolge zu rund 40 Prozent parteilose Kandidaten ins Rennen. Die Aufstellung sei ähnlich erfolgreich verlaufen wie bei den vergangenen Kommunalwahlen. Dennoch schaffte es auch die CDU als die mit Abstand mitgliederstärkste Partei in Sachsen-Anhalt nicht, für jedes Gremium Kandidaten aufzustellen. Neben mehreren Ortschaftsratswahlen betrifft das den Angaben zufolge auch die Gemeinderatswahlen in 30 Mitgliedsgemeinden von Verbandsgemeinden.

Die Linke ging zunächst davon aus, dass es wegen des hohen Altersdurchschnitts ihrer Mitglieder schwierig werden könnte, genug Kandidaten zu finden. Das habe sich jedoch nicht bestätigt, sagte Parteisprecher Alexander Sorge. „Die Zahl der Kandidierenden liegt in etwa in der gleichen Größenordnung wie im Jahr 2014.“

Die Grünen berichteten von einer deutlich höheren Bereitschaft für eine Kandidatur bei den Kommunalwahlen als vor fünf Jahren. „In solch polarisierten Zeiten wollen Menschen offenbar wieder deutlicher Position beziehen“, sagte Parteisprecher Ruben Engel. Zur Mobilisierung habe man auch auf eine zentrale Online-Werbekampagne gesetzt. Auch die FDP berichtete von einer positiven Stimmung bei der Kandidatensuche. Schwierigkeiten bereiteten jedoch vor allem Zeitnot bei den junge Leute, die auswärts studierten, sagte Kathrin Tarricone, Vorsitzende des Kreisverbands Mansfeld-Südharz.

Bei den Kommunalwahlen am 26. Mai werden die Kreistage der elf Landkreise, die Stadträte der drei kreisfreien Städte sowie zahlreiche Gemeinde- und Ortschaftsräte neu gewählt. Insgesamt geht es um mehr als 1000 Gremien. Zeitgleich findet auch die Wahl zum Europäischen Parlament statt.