Magdeburg l Jährlich werden 16.000 Menschen in Sachsen-Anhalt mit der Diagnose Krebs konfrontiert. Bei Frauen sind am häufigsten die Brustdrüsen betroffen, bei Männern Lunge und Prostata. Mehr als 8000 Patienten verlieren jedes Jahr den Kampf gegen den Tumor. Mit 365 Todesfällen je 100.000 Einwohnern ist dies die höchste Krebs-Sterberate unter allen Bundesländern. Um die Behandlung zu verbessern, werden seit diesem Jahr alle Daten eines jeden Patienten beim Klinischen Krebsregister Sachsen-Anhalt zentral gespeichert. Die gemeinnützige GmbH mit ihren 30 Mitarbeitern hat ihren Hauptsitz in Magdeburg. Die behandelten Ärzte erfassen nach einem vorgegeben Raster alle wichtigen Informationen zu Diagnose, Krankheitsverlauf sowie Therapie und übermitteln diese zur Datenbank.

Bislang wurden die Informationen in den Ländern sehr unterschiedlich erfasst. Ein Datenaustausch war kaum möglich. Bis 2019 sind alle Länder per Bundesgesetz verpflichtet, eine zentrale Datenbank nach einheitlichem Muster aufzubauen. So erhalten alle Ärzte in Deutschland alle wichtigen Informationen - egal, wo sich der Patient behandeln lässt.

Bei Tumorkonferenzen in den Kliniken etwa besprechen Radiologen, Onkologen und Chirurgen die Behandlung. „Ärzte brauchen dafür einen fundierten Datensatz“, sagt Susanne Seidler vom Krebsregister. Zudem: Sollte ein Patient sich in einem anderen Bundesland behandeln lassen, zur Nachsorge dann aber nach Sachsen-Anhalt zurückkehren, kann er darauf vertrauen, dass jede Klinik und jede Arztpraxis alle wichtigen Informationen parat hat. „Mittelfristig haben wir die große Hoffnung, damit auch Therapie und Nachsorge zu verbessern“ sagt Seidler. So gibt es verschiedene Chemotherapien. Sind die Datensätze in einigen Jahren groß genug, könne man sehen, was am besten wirkt.

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Patienten können der Registrierung widersprechen. Erfahrungen zeigen aber, dass die allermeisten mit der Datenspeicherung einverstanden sind, sagt Seidler.

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