landtagswahlen 2021

Haseloff bei Lanz: "Der Osten tickt anders"

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff wurde am 8. Juni als Gast in die ZDF-Sendung von Markus Lanz eingeladen. Über Rundfunkbeiträge, Klimaziele und Ost-West-Probleme.

Von Nico Esche 09.06.2021, 11:14 • Aktualisiert: 09.06.2021, 12:24
Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, war am Dienstagabend Gast in der Sendung von Markus Lanz. 
Reiner Haseloff (CDU), Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, war am Dienstagabend Gast in der Sendung von Markus Lanz.  Foto: picture alliance/dpa | Robert Michael

Berlin - Nach dem überraschend klaren Wahlerfolg der CDU bei den Landtagswahlen in Sachsen-Anhalt, ist er der Mann der Stunde: Reiner Haseloff. Der amtierende Ministerpräsident war am Dienstag zu Gast bei Markus Lanz und erlaubte unter anderem einen Einblick in künftige Regierungspläne.

Richtung Haseloff lobte Lanz zunächst das Wahlergebnis der CDU in Sachsen-Anhalt. Haseloff: "Jeder Wahlkampf ist anders, jede Region muss auch anders gesehen werden. Wir haben es geschafft, gemeinsam als Union geschlossen dort ein Bild abzugeben, das zum Ausdruck gebracht hat, hier geht’s ums Land"

Lanz lenkte das Thema schnell auf Bundesebene. Ob der Kampf Laschet gegen Söder zum Wahlsieg beigetragen habe? Söder habe nicht signifikant zum Sieg beigetragen, so der Ministerpräsident, zumindest nicht mehr wie Laschet. "Die haben alle geholfen, ansonsten hätte es das Ergebnis nicht gegeben".

Zudem müssten laut Haseloff "bestimmte Bereiche wie Steuerrecht und Infrastrukturlücken im Wahlprogramm intensiver betrachtet werden". Dies habe er zuvor Armin Laschet gegenüber klar gemacht.

Ost und West

Eines der Hauptthemen der Sendung: Probleme über Ost und West. Diese bräuchten mehr Aufmerksamkeit, so Haseloff. "Der Osten tickt anders", unterstrich der Ministerpräsident.

"Die Scharfmacher sind alles Westprodukte."

Reiner Haseloff

Wichtig sei vor allem, so Haseloff, das Verhältnis zwischen Ost und West und die Suche nach der großen Popularität der AfD im Osten. Für ihn besonders problematisch: Die Stigmatisierung von Ostdeutschen, die sich besonders für die AfD begeistern würden. "Die Scharfmacher sind alles Westprodukte", beton Haseloff.

"Warum ist die Affinität zu 50 Prozent höher, diese Leute anzukreuzen in der Wahlkabine, als im Westen?", fragte Haseloff.

Bei den Wahlen habe sich Sachsen-Anhalt "regelrecht aufgebäumt"; Nicht-Wähler und ehemalige AfD-Wähler wurden mobilisiert und stimmten so für die CDU. Ein Faktor für den Sieg, meint Haseloff. Es ginge darum eine Botschaft zu senden. Die CDU als Volkspartei. Das sei ihre Aufgabe.

Pläne für Koalitionsvertrag

Der Ministerpräsident erlaubte auch einen Einblick in die Pläne eines Koalitionsvertrags. Man wolle den Rundfunkbeitrag überdenken. Es soll eine Weiterentwicklung geben, man müsse überlegen "was man optimieren kann", so der Staatschef.

In der nächsten Koalition sollen die Ziele der Klimapolitik erreicht werden. Aber: ganz anders als die Grünen dies täten. In die Tiefe wollte der Ministerpräsident jedoch nicht gehen. Lanz bohrte nach. Vergebens.