Landtagswahl Sachsen-Anhalt

Möckern ist Wahlort der Extreme

Das amtliche Endergebnis von Sachsen-Anhalts Landtagswahl liegt vor. In der Gemeinde Möckern (Jerochower Land) wurden gleich vier Rekorde aufgestellt.

Von Jens Schmidt
Die Sitzvertelung für den neuen Landtag in Sachsen-Anhalt ist nun amtlich.
Die Sitzvertelung für den neuen Landtag in Sachsen-Anhalt ist nun amtlich. dpa

Magdeburg - Unter den 13000 Einwohnern der Gemeinde Möckern im Landkreis Jerichower Land gehen die Meinungen über die richtige Landespolitik am weitesten auseinander. Das ergab die Auswertung des endgültigen Ergebnisses der Landtagswahl, das jetzt vorliegt. So erzielte die AfD im Ortsteil Stresow bei der Urnenwahl mit 57 Prozent den Landesrekord - im benachbarten Friedensau mit 3 Prozent jedoch den schlechtesten Wert. Beide Ortsteile liegen im Wahlbezirk Möckern. Schlechte Karten hat dort auch die Union: In Stresow blieb der CDU mit 17 Prozent der Negativrekord. Im benachbarten Ortsteil Küsel des Wahlbezirks Möckern erzielte die Linke mit 25 Prozent das landesweit stärkste Ergebnis. Vier Extreme in einem Wahlbezirk - das sei eine selten hohe Konzentration, sagt Michael Reichelt, Chef des Statistischen Landesamtes.

Regional ausgewogenere Resultate lieferte die Briefwahl. So landete die CDU im Briefwahlbezirk Groß Quenstedt (Harz) mit 58 Prozent ihren Landesrekord. Es folgen die Grünen mit 37 Prozent in Halle und die AfD mit 26 Prozent in Wethau (Burgenlandkreis).

Das endgültige Ergebnis weiche nur geringfügig vom vorläufigen Resultat ab, sagt Landeswahlleiterin Christa Dieckmann. Am deutlichsten waren die Differenzen bei der FDP (28 Zweit-Stimmen weniger) und bei der Linken (25 Stimmen mehr). An der Sitzverteilung im Landtag ändert das aber nichts mehr. Die CDU bekommt 40 Sitze, die AfD 23, die Linke 12. An die SPD gehen 9 Sitze, an die FDP 7 Sitze und die Grünen schicken 6 Abgeordnete in den neuen Landtag.