Corona

Sachsen-Anhalt macht sich locker

Ab diesem Wochenende lockert Sachsen-Anhalt die Corona-Regeln. Voraussetzung dafür ist, dass die Sieben-Tage-Inzidenz stabil einen Wert von 100 unterschreitet. Das ist derzeit nur in der Stadt Magdeburg der Fall. Ministerpräsident Haseloff sieht „Licht am Ende des Tunnels“.

Von Michael Bock
In Sachsen-Anhalt  darf die Außengastronomie künftig wieder öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt stabil den Wert von 100 unterschreitet.
In Sachsen-Anhalt darf die Außengastronomie künftig wieder öffnen, wenn die Sieben-Tage-Inzidenz in einem Landkreis oder in einer kreisfreien Stadt stabil den Wert von 100 unterschreitet. Foto: dpa

Magdeburg

Sachsen-Anhalts Landesregierung ermöglicht in der Corona-Krise vorsichtige Öffnungsschritte. Diese gelten, wenn Landkreise und kreisfreie Städte an fünf aufeinanderfolgenden Werktagen eine Sieben-Tage-Inzidenz vorweisen, die unter 100 liegt. Grundlage ist die gestern vom Kabinett beschlossene neue Corona-Verordnung. Diese tritt am heutigen Samstag in Kraft und gilt bis einschließlich 24. Mai.

Das für Lockerungen erforderliche Kriterium erfüllt momentan allerdings nur Magdeburg. Hier unterschreitet die Zahl der Neuinfektionen pro 100?000 Einwohner seit Montag den 100er-Wert. Gestern lag die Sieben-Tage-Inzidenz in der Landeshauptstadt bei 69. Für Magdeburg bedeutet das ab Sonntag Öffnungsschritte. Folgendes ist in Zukunft erlaubt, wenn die Inzidenz den Wert von 100 unterschreitet:

 

VERANSTALTUNGEN:Veranstaltungen im Freien können wieder stattfinden. Dazu gehören Angebote von Literaturhäusern, Theatern, Kinos und Konzertveranstaltern. Die Besucherzahl ist auf 100 begrenzt, vollständig Geimpfte und Genesene nicht mitgezählt.

EINKAUF: Im Einzelhandel ist der Einkauf nach Terminvereinbarung („click and meet“) möglich, die Testpflicht entfällt.

SCHWIMMBÄDER:Öffnungen der Außenbereiche von Badeanstalten, Schwimmbädern und Heilbädern sind möglich.

TOURISMUS: Touristische Aufenthalte auf Campingplätzen und Ferienwohnungen mit Selbstversorgung sind möglich. 

In allen Fällen gilt: Hygieneregeln und Zugangsbegrenzungen, zu denen eine Testpflicht gehört, müssen eingehalten werden.

GASTRONOMIE: In den Außenbereichen der Gastronomie können Gäste bewirtet werden. Voraussetzung: ein negativer Corona-Test. Und: Die Anwesenheit der Gäste muss dokumentiert werden, um Kontakte nachverfolgen zu können. Maximal sechs Gäste an einem Tisch sind erlaubt.

KOSMETIK: Der Besuch im Kosmetiksalon oder beim Friseur ist ohne Test möglich.

SPORT: Im Sport kann im Freien wieder in Gruppen bis zu 25 Personen trainiert werden.

MODELLPROJEKTE: Mit Modellprojekten können auch in geschlossenen Räumen weitere Öffnungsschritte mit weitreichenden Testkonzepten erprobt werden.

KONTAKTBESCHRÄNKUNGEN: Der Aufenthalt im öffentlichen Raum ist ausschließlich alleine, im Kreis der Angehörigen des eigenen Hausstandes und mit Angehörigen eines weiteren Hausstandes gestattet. Die Zahl der Angehörigen des weiteren Hausstandes darf fünf Personen nicht überschreiten.

 PFLEGEHEIME: Für Pflege- und Behinderteneinrichtungen werden die Besuchsregelungen mit der neuen Verordnung erleichtert – und zwar unabhängig von der Inzidenz vor Ort. Jeder Bewohner darf zeitgleich von höchstens fünf Personen aus zwei Hausständen besucht werden. Ein negativer Corona-Test muss vorgelegt werden. Bei Testpflicht gilt jeweils, dass diese ausgesetzt ist, wenn die Personen geimpft oder genesen sind und das auch nachweisen können.

Bis auf Magdeburg sind Landkreise und kreisfreie Städte Sachsen-Anhalts zunächst nicht von der neuen Verordnung betroffen. Ab 100 Infektionen pro Woche und 100?000 Einwohner greift nach wie vor die Bundes-Notbremse mit strengen Regeln wie nächtlichen Ausgangsbeschränkungen.Ger

Geringste Inzidenz in Magdeburg

Neben der Landeshauptstadt steht derzeit der Bördekreis am besten da. Dort hat die Sieben-Tage-Inzidenz seit zwei Tagen den 100er Wert unterschritten. Landesweit lag die Inzidenz gestern bei einem Wert von 128,9. Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) zeigte sich optimistisch, dass bald auch andere Gegenden lockern können. Wenn sich die positive Entwicklung der Corona-Zahlen fortsetze, könne die Sieben-Tage-Inzidenz in den nächsten zwei bis drei Wochen etwa in der Hälfte der 14 Kreise und kreisfreien Städte den Schwellenwert dauerhaft unterschreiten. Meinung