Magdeburg (dpa) l Der 54 Jahre alte Magdeburger erhielt bei einem Parteitag am Samstag auf dem Magdeburger Messegelände 361 der 416 abgegebenen Stimmen. Das entspricht einer Zustimmung von 87 Prozent. Kirchner hatte keinen Gegenkandidaten. Er wird, wie viele Funktionäre und Mitglieder in Sachsen-Anhalt, dem offiziell aufgelösten "Flügel" um den Thüringer AfD-Chef Björn Höcke zugerechnet. Das Bundesamt für Verfassungsschutz stuft die Strömung als rechtsextremistisch ein.

Ziel der AfD sei es, alle ausreisepflichtigen Ausländer abzuschieben und mehr Geld in die Familienförderung zu stecken, sagte Kirchner. Kein deutsches Paar solle sich aus finanziellen Gründen gegen Kinder entscheiden, sagte Kirchner. Der 54-Jährige gab erneut als Ziel aus, dass seine Partei bei der nächsten Wahl stärkste Kraft wird oder mindestens wieder ein Viertel der Sitze im Parlament erringt.

Bei der Landtagswahl 2016 hatte die AfD aus dem Stand fast 25 Prozent der Stimmen geholt und war als zweitstärkste Kraft hinter der CDU von Ministerpräsident Reiner Haseloff in den Landtag eingezogen. Sie ist die größere der beiden Oppositionsfraktionen.

Trotz strenger Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung der Corona-Pandemie kamen am Samstag mehr als 400 AfD-Mitglieder zusammen, um bis in den Abend die Bewerberliste für die Landtagswahl aufzustellen. Am Sonntag sollen die Kandidaten für die Bundestagswahl gewählt werden. Die aktuellen Corona-Regeln erlauben den Parteien explizit, ihre Wahlaufstellungen zu veranstalten. Andere Parteien hatten ihre Listenwahlen dennoch wegen der Corona-Lage verschoben, die CDU bereits zwei Mal. Kontrolleure des Landesverwaltungsamts überwachten in der Halle die Einhaltung der strengen Hygieneregeln.