Magdeburg (dpa/sa) l Die Suche nach Speisepilzen in Sachsen-Anhalt verspricht momentan noch wenig Aussicht auf volle Körbchen. "Bei uns sieht es überall noch recht dünne aus", sagte der Pilzsachverständige Hans-Dieter Seidewitz. In den zurückliegenden Wochen seien die Niederschlagsphasen einfach zu kurz gewesen. "Und die große Hitze danach hat alles zu schnell getrocknet", sagte er. "Ich hoffe für unseren Raum, dass wir in zwei Wochen ein gutes Pilzwachstum haben." Der Sachverständige bietet zusammen mit Mitstreitern in der Region Anhalt-Bitterfeld Pilzfreunden sein Fachwissen an.

Auch sein Kollege in der Altmark, Gerhard Schnüber, betonte, "die Zeit ist noch nicht ran." Momentan sei Pfifferlingszeit, einige Pfifferlinge seien auch gefunden worden. Und einige Sommerpilze gebe es, wie etwa den Eichensteinpilz. Unter dem Strich kämen Pilzsammler aber noch nicht auf ihrer Kosten.

"Die altmärkische Pilzschwemme hat noch nicht eingesetzt", sagte Schnüber. Aber im Herbst, und das ist ja eigentlich die Pilzzeit, könnten durchaus viele Pilze kommen", betonte er. Voraussetzung sei, dass es jetzt nicht noch einmal knochentrocken wird.

Dagegen erlebt das Nachbarland Niedersachsen schon jetzt ein reiches Pilzwachstum. Die Pilzvorkommen seien momentan explodiert, hieß es bei der Deutschen Gesellschaft für Mykologie (DGfM). Den Einfluss des Klimas auf das Pilzvorkommen beobachtet der Präsident der Gesellschaft, Marco Thines. Demnach werden Pilzarten, die es kühler mögen, in Deutschland seltener und Pilze, die aus dem Süden kommen und es warm mögen, sprießen besonders gut. Dazu gehören laut Thines etwa Körnchenröhrlinge. Seltener werden hingegen etwa der Königsröhrling oder der Wiesen-Champignon.