Landes-SPD

Lischka will Parteichef bleiben

Der Bundestagsabgeordnete ändert seine Meinung - auch, um Personalstreit zu verhindern.

Von Michael Bock

Magdeburg l Der Bundestagsabgeordnete Burkhard Lischka wird im Januar 2018 erneut für das Amt des SPD-Landesvorsitzenden kandidieren. Das erklärte er am Sonnabend vor dem Landesparteirat in Halle.

Lischka, der nach der für die SPD katastrophalen Landtagswahl 2016 zum Parteichef gewählt worden war, wollte eigentlich nur für zwei Jahre im Amt bleiben. In den zurückliegenden Monaten hatte er dies auch immer wieder bekräftigt und mit seiner hohen Arbeitsbelastung begründet.

Zuletzt aber war in der Partei der Wunsch immer größer geworden, dass der 52-Jährige weitermacht. Der Ruf nach Kontinuität wurde stetig lauter. Lischka hat es vermocht, eine völlig zerstrittene Partei wieder zusammenzuführen. Er gilt als Glücksfall für die SPD und ist die unbestrittene Nummer eins. Erst kürzlich war er mit einem sehr guten Ergebnis zum Spitzenkandidaten für die Bundestagswahl gewählt worden.

Lischkas Umdenken ist auch darin begründet, dass er der SPD eine Personaldebatte mitten im Bundestagswahlkampf ersparen wollte. Eine solche zeichnete sich ab, nachdem der Landrat des Salzlandkreises, Markus Bauer, im Dezember 2016 überraschend früh seine Bewerbung um den Landesvorsitz erklärt hatte. Dem Vernehmen nach favorisierte Lischka Wissenschafts- und Wirtschaftsminister Armin Willingmann, der eine Kandidatur nicht ausgeschlossen hatte für den Fall, dass Lischka nicht mehr antritt.

Lischka sagte am Sonnabend der Volksstimme: "Bei Rückenwind müssen alle in die Masten und Segel setzen, damit das Schiff Fahrt aufnimmt. Sie dürfen nicht in der Kombüse darüber streiten, wer nächstes Jahr Kapitän wird."