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Tourismus-BörseLockvogel "Bauhaus" bei der ITB

In Sachsen-Anhalt soll im Jahr 2019 die Dessauer Schule der Moderne zu einem weltweiten Tourismus-Magnet werden.

Von Steffen Honig 09.03.2018, 00:01

Magdeburg/Berlin l Das 100-jährige Bauhaus-Jubiläum wird eine mitteldeutsche Angelegenheit: Sachsen-Anhalt, Thüringen und Sachsen tun sich bei der Vermarktung zusammen. Sachsen-Anhalts Wirtschaftsminister Armin Willingmann (SPD) betonte: „Das Bauhaus ist einer der bedeutendsten kulturellen Meilensteine des 20. Jahrhunderts.“ Das Gründungsjubiläum werde in Deutschland mit Partnern aus aller Welt gefeiert. Es werde „einzigartige Ausstellungen“ und „phänomenale Feste“ geben.

Sachsen-Anhalts Landesregierung wirbt dafür bereits eifrig mit dem Slogan: „Hier macht das Bauhaus Schule“. Etwas kantig in der Sprache ist diese Werbung gewiss, aber gerade dadurch Bauhaus-gerecht. Mehr als 50 Millionen Euro an Bundes- und Landesgeldern stehen zur Finanzierung des Jubiläums zur Verfügung. Ein Höhepunkt in Sachsen-Anhalt ist die im Herbst 2019 geplante Eröffnung des Bauhaus-Museums in Dessau mit rund 40.000 Exponaten der international einzigartigen Stiftung Bauhaus Dessau.

Dafür gibt es in diesem Jahr bereits ein Vorprogramm. In vier Veranstaltungen unter dem Motto „Türe auf!“ können Besucher – erstmals am 15. März – das Wachsen des Dessauer Museums verfolgen. Daneben werden die Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg oder das Kunstmueum Halle als bekannte Häuser für das Erbe der Moderne Pflöcke für Kulturtourismus im Land einschlagen.

Die bleibende Wirkung des Bauhauses in Sachsen-Anhalt – das ist freilich weit mehr. Die Moderne hat etwa trotz der Weltkriegsbomben das Stadtbild Magdeburgs nachhaltig geprägt. Sichtbar in der Beims-Siedlung und weiteren Wohngebieten sowie im Stadtpark mit Stadthalle und Aussichtsturm.

Willingmann verweist gegenüber der Volksstimme auch auf bahnbrechende wirtschaftliche und wissenschaftliche Leistungen der Bauhaus-Ära: Den Stickstoffdünger aus Piesteritz, den ersten Farbfilm aus Wolfen oder die Junkers-Leichtmetallflugzeuge aus Dessau.

Kooperiert wird beim Bauhaus-Projekt mit den mitteldeutschen Nachbarländern, die ebenfalls ein beträchtliches Bauhaus-Erbe aufweisen. Thüringen verspricht den Besuchern eine „inspirierende Entdeckungsreise“ an die Wiege der Bauhaus-Bewegung zu bieten – nach Weimar. Das Land rechnet mit insgesamt 100.000 zusätzlichen Tagesgästen. In Weimar ist wie in Dessau eine museale Stätte die Hauptattraktion: Am 6. April eröffnet dort das „bauhaus museum weimar“.

Insgesamt gibt der Freistaat für die Tourismusförderung im Bauhaus-Jahr rund 40 Millionen Euro plus Marketing-Gelder aus.

Sachsen hofft, beim Jubiläum mit seinem gesamten Architekturspektrum überzeugen zu können, das von der Gotik bis zu „modern-minimalistischen“ Bauten reicht. Das Bundesland kann insbesondere auf bedeutende Vorläufer des Bauhaus-Denkens verweisen. Dazu gehören die 1909 in Dresden gegründeten Deutschen Werkstätten für Handwerkskunst und die erste Gartenstadt Deutschlands in Dresden-Hellerau. Bauhaus-Architekten haben seit 1923 dann ihre Spuren bei der Gestaltung der Leipziger Messe hinterlassen.

Ziel des Bauhaus-Jahres für Sachsen-Anhalt sei es, sagt Minister Willingmann, „nachhaltig für ein neues Besucherniveau“ zu sorgen. Dabei dient das erfolgreiche Reformationsjahr 2017 als Blaupause. In Sachsen-Anhalt wurden im Vorjahr mehr als 8,1 Millionen Übernachtungen gezählt.

Die für 2020 angepeilte Zahl von 8 Millionen Gästen konnte also bereits übertroffen werden. Dieses Niveau solle gehalten werden, so Willingmann, der aber auch sagt: „Das ist eine extreme Herausforderung.“