Magdeburg l In der Debatte um eine Impf-Pflicht gegen Masern hat sich im Landtag ein ungewöhnliches Bündnis formiert. Die Regierungsfraktionen von CDU, SPD und Grünen sowie die oppositionelle Linke bringen in die Parlamentssitzung in der nächsten Woche einen gemeinsamen Antrag ein. Darin wird die Landesregierung gebeten, sich für die „schnellstmögliche Einführung einer bundeseinheitlichen Impf-Pflicht gegen Masern einzusetzen“. Zugleich wird eine landesweite Informationskampagne über die hohen Risiken einer Masern-Erkrankung gefordert.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte erst kürzlich seinen Gesetzentwurf zur Impfpflicht vorgelegt. Demnach sollen Eltern, die ihre Kinder nicht impfen lassen, mit Geldstrafen von bis zu 2500 Euro und einem Ausschluss vom Kita-Besuch belangt werden.

Laut Robert-Koch-Institut wurden im vorigen Jahr in Deutschland die Daten von 543 Masern-Fällen übermittelt. Die Weltgesundheitsorganisation berichtet, dass 2017 weltweit die Zahl der Masern-Fälle um 30 Prozent im Vergleich zum Vorjahr gestiegen sei.

In manchen Regionen Deutschlands hat jedes fünfte Kind unter zwei Jahren keinen ausreichenden Impfschutz gegen Masern. Sachsen-Anhalt hat im bundesweiten Vergleich eine überdurchschnittlich hohe Impfquote. Für die Erstimpfung lag sie 2017 bei 98,3 Prozent, für die zweite bei 94,1 Prozent. Dem Landesamt für Verbraucherschutz zufolge gab es in Sachsen-Anhalt im 2018 neun Masernfälle; 2017 waren es zehn gewesen.