Halle (dpa) l Das Fest ist vorbei. Der Weihnachtsschmuck kommt wieder in die Kisten. Der Christbaum nadelt im Wohnzimmer vor sich hin. Möglichkeiten das Tannengrün loszuwerden, gibt es viele, wie eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur ergab. In vielen Städten und Gemeinden gibt es öffentliche Sammelstellen für die ausgedienten Bäume, auch Wertstoffhöfe nehmen das Grün kostenfrei an und selbst im Zoo landen sie. Doch nicht alle Weihnachtsbäume müssen lieblos entsorgt werden. Auf einige wartet ein zweites Leben.

In den meisten Städten und Gemeinden des Landes gibt es Sammelstellen, zu denen die Bäume gebracht werden können. In Halle sind nach Angaben der Stadtwerke knapp 250 Plätze dafür vorgesehen. Die neu eingerichteten Sammelstellen seien mit Schildern markiert, so eine Sprecherin der Stadtwerke. Vom 7. Januar an würden die Bäume dort abgeholt.

In der Regel wird das Grün kompostiert. Daher sollten die Weihnachtsbäume "von jeglichen Lametta oder anderem nicht kompostierbaren Weihnachtsschmuck befreit sein", sagte der Betriebsleiter des Kreiswirtschaftsbetriebs des Salzlandkreises, Ralf Felgenträger, in Schönebeck.

Bäume für den Zoo

Im Salzlandkreis könnten die Bewohner ihre Bäume zu den üblichen Abholterminen der braunen Tonnen daneben stellen. In Weißenfels sollen die Bäume bis zum Morgen des 11. Januar vor den Haustüren stehen, in den Randgebieten der Stadt schon einen Tag früher.

In der Börde wird der ausgediente Weihnachtsbaum direkt vor der Haustür abgeholt. Allerdings müssten die Bäume auf eine Länge von 1,50 Meter gekürzt werden und der Stamm dürfte maximal 15 Zentimeter im Durchmesser dick sein, so ein Sprecher des Landkreises. Auch in Magdeburg ist es erlaubt, den gekürzten Baum zur Biotonne zu stellen. Außerdem würden viele Wertstoffhöfe im Land die alten Weihnachtsbäume kostenfrei annehmen, wie etliche Landkreise und Kommunen mitteilten.

Doch die Bäume müssen nicht zwangsläufig auf dem Müll landen. Im Bergzoo Halle etwa würden sich Elefant, Alpaka und Co. über frisches Grün freuen, sagte Zoodirektor Dennis Müller. Allerdings nehme er Zoo keine Weihnachtsbäume von Privatleuten an, sondern es würden nur liegen gebliebene Bäume von größeren Händlern aus der Umgebung verfüttert. Der Magdeburger Zoo verzichtet darauf, Weihnachtsbäume als Futter zu verteilen. Es ließe sich schwer überprüfen, ob die Bäume mit Pestiziden behandelt seien, sagte eine Zoosprecherin.

Auch ein Leben nach dem Fest ist für einige Bäume möglich. Wichtig sei aber, dass der Weihnachtsbaum im Topf herangezogen wurde, sagte eine Sprecherin der Naturschutzorganisation Bund in Berlin. Dann könne er nach dem Fest im Freien eingepflanzt werden. Die Wurzeln dürften aber nicht beschädigt sein. Sonst sterbe der Baum. Außerdem sollte er nicht länger als drei Tage im Warmen stehen. Nach dem Fest könne der Topf-Baum etwa ins Treppenhaus gestellt werden, um bis zum Frühjahr auszuharren.