Magdeburg l Lange gehörte Sachsen-Anhalt zu den Ländern mit den niedrigsten Corona-Fallzahlen. Das ist vorbei. Das Land hat nach und nach alle anderen Länder überholt. Nun ist die Lage nirgendwo so schlimm wie hier.

Rund 4500 Menschen haben sich laut Robert-Koch-Institut bis gestern in nur einer Woche mit Corona infiziert. Der 7-Tage-Inzidenzwert lag damit bei 204,3. Das heißt: Pro 100.000 Einwohner haben sich in der vergangenen Woche 204 Personen infiziert. Ein Inzidenzwert, der sogar knapp über dem von Thüringen liegt (203,6). Der bundesweite 7-Tage-Schnitt liegt bei 111 Fällen pro 100.000 Einwohner.

Von den zehn Landkreisen mit der bundesweit höchsten Inzidenz liegen nun drei in Sachsen-Anhalt. Der Salzlandkreis ist mit einem Wert von 279 auf Platz acht, der Landkreis Anhalt-Bitterfeld (Inzidenz 378) auf Platz drei. An der Spitze steht bereits seit einigen Tagen der Burgenlandkreis mit einer Inzidenz von 452. Dort gilt seit Dienstag eine nächtliche Ausgangssperre. Zwischen 21 Uhr und sechs Uhr darf niemand das Haus verlassen – mit einigen Ausnahmen. So ist etwa das Gassigehen mit dem Hund oder der Gang zur Arbeit erlaubt.

Hotspots seien weiter die Pflegeheime, berichtet Steven Müller-Uhrig, Sprecher des Burgenlandkreises. Er sprach Montag von einem „diffusen Infektionsgeschehen“. Menschen steckten sich auch im Privaten sowie auf dem Arbeitsweg an. „Die neuen Maßnahmen brauchen nun Zeit, bis sie wirken“, betonte er.

Weiter angespannt ist die Lage in den Kliniken, nicht nur im Süden des Landes sind Intensivbetten knapp. In den Ameos-Kliniken im Salzlandkreis gab es gestern laut einer Sprecherin nur noch ein freies Intensivbett, 30 waren belegt. Ute Albersmann, Sprecherin des Sozialministeriums, bezeichnete die Lage in den Kliniken Montag als „stabil auf hohem Niveau“.

Eine Ausgangssperre für das gesamte Bundesland ist laut Albersmann nicht geplant. Angestrebt würden weiterhin regionale Lösungen. Die Landräte des Salzlandkreises und des Landkreises Anhalt-Bitterfeld äußerten sich gestern nicht auf Nachfragen zu möglichen Ausgangssperren in ihren Kreisen.

Fortschritte gibt es bei den Impfungen: Mittlerweile sind laut Sozialministerium rund 60 Prozent der Pflegeheimbewohner im Land geimpft.