Merseburg l Raúl Garcia Paret und Delfin Guerra in Merseburg seien am 12. August 1979  aus rassistischen Gründen ermordet worden, heißt es auf der Internetseite der „Initiative 12. August“, die sich gegründet hat, um sich „mit der Kontinuität rassistischer Gewalttaten und Todesfälle von der DDR bis heute, ihren Voraussetzungen und Folgen“ auseinanderzusetzen.

Für die Mitglieder sei es keine Frage, dass die beiden Kubaner ermordet wurden, sagt dann auch Sprecher Andreas Bolmeyer. Er räumt zwar ein, dass auch „Frauen eine Rolle gespielt haben können“, aber das Motiv für die „Ermordung sind niederen, rassistische Beweggründe.“

Die Mitglieder der Initiative hätten mit Kubanern gesprochen. „Dabei wurde deutlich, dass rassistische Beleidigungen an der Tagesordnung gewesen seien.

Er sei sich sicher, dass sich Beteiligte von damals heute noch gegenseitig decken. Andere wiederum trauten sich nicht, etwas zu sagen. „Und fragt man in Merseburg, kennt jeder den Mord, aber die meisten sagen: Lasst die Sache doch ruhen.“

Für den 12. August 2019 hat die Initiative eine Gedenkveranstaltung geplant. „Wir haben schon zweimal an Merseburgs Oberbürgermeister Jens Bühligen (CDU) geschrieben, weil wir einen Gedenkort einrichten wollen. Aber es gab bisher keine Antwort.“

Nach der Kundgebung wolle man schweigend zur Saaletalbrücke gehen, dem „Tatort“ von 1979. „Mit der Entscheidung der Staatsanwaltschaft, nicht zu ermitteln, werden wir uns nie zufrieden geben.“