Magdeburg (dpa) l Die Grünen wollen den Internationalen Frauentag in Sachsen-Anhalt zum Feiertag erklären lassen – doch bei ihren Regierungspartnern stößt das nicht auf Jubel. Die CDU ist gegen die Idee, die SPD will sie zunächst überhaupt nicht kommentieren. "Das ist eine reine Schaufensteraktion, um einen weiteren freien Tag zu generieren", sagte CDU-Parteichef Holger Stahlknecht der Deutschen Presse-Agentur.

Ein Feiertag sorge weder dafür, dass Frauen für gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekämen noch dass sie öfter in Führungspositionen kämen. Auch Gewalt gegen Frauen werde damit nicht verhindert. Beim Anteil der weiblichen Führungskräfte sei der Osten schon weiter als der Rest der Republik, sagte Stahlknecht. "Wir sollten lieber darüber nachdenken, wie wir mit Augenmaß an diesen Zielen arbeiten."

Am Mittwoch hatten die Grünen dafür plädiert, den 8. März nach dem Vorbild Berlins zum Feiertag zu erklären. "Wir wollen nicht den halben Kuchen, sondern mindestens die halbe Bäckerei. Mit Sahnehaube und Feiertag", begründete Grünen-Chefin Susan Sziborra-Seidlitz den Vorstoß. Es gehe um Gleichberechtigung. Dabei sprach sie ebenfalls die Lohnlücke zwischen Mann und Frau und den geringen Anteil an Chefinnen in den Führungsetagen an. Zudem werde Hausarbeit sowie das Kümmern um Kinder und Pflegebedürftige nicht angemessen gewürdigt.

Der 8. März ist in Berlin in diesem Jahr erstmals arbeitsfrei – und auch nur dort. Nach längeren Diskussionen einigte sich die rot-rot-grüne Regierung Ende Januar auf den Frauentag, um an die Errungenschaften und die nötigen weiteren Schritte zur Gleichberechtigung zu erinnern.

Allerdings hatte Berlin bisher bundesweit auch die geringste Zahl an Feiertagen, nämlich neun. Anders als in Sachsen-Anhalt ist dort weder am Tag der Heiligen Drei Könige (6. Januar) noch am Reformationstag (31. Oktober) arbeitsfrei.