Arbeitgeber lehnen Forderung der IG Metall ab

Von Torsten Scheer

Magdeburg l Die IG Metall fordert für die rund 100000 Beschäftigten der Metall- und Elektroindustrie in Niedersachsen und Sachsen-Anhalt 6,5 Prozent mehr Geld. Das beschloss gestern die Tarifkommission. Die Gewerkschaft fordert außerdem faire Bedingungen für Leiharbeiter, die unbefristete Übernahme von Ausgebildeten und eine Einstiegsqualifizierung für benachteiligte Jugendliche. "Wir werden dieses Paket nicht aufschnüren: Auch am Ende muss ein Tarifergebnis mit vier Elementen stehen", betonte Bezirksleiter Hartmut Meine.

In Sachsen-Anhalt fallen unter den Metall- und Elektrotarifvertrag etwa 10000 von insgesamt 46000 Beschäftigten in der Branche. Die Tarifverhandlungen beginnen am 14. März in Magdeburg.

Die Metallarbeitgeber in Sachsen-Anhalt lehnen die Lohnforderung als "völlig realitätsfern" ab. Diese orientiere sich einseitig an den leistungsstärksten Betrieben, sagte der Hauptgeschäftsführer des sachsen-anhaltischen Metallarbeitgeberverbandes (VME), Matthias Menger, gestern der Volksstimme. Bedenklich stimme zudem, dass die IG Metall einen vermeintlichen Nachholbedarf aus den vergangenen Jahren eingepreist habe. Dies widerspreche grundsätzlichen Spielregeln von Tarifverhandlungen und öffne der Beliebigkeit Tür und Tor.

Menger machte sich gleichzeitig gegen Reglementierungen des Einsatzes von Leiharbeitern stark. Ein beabsichtigtes Vetorecht seitens der Gewerkschaft komme einer auf Betriebsebene geführten parlamentarischen Debatte gleich, die einen Eingriff in die unternehmerische Freiheit darstelle.

Kritisch äußerte sich Menger auch im Hinblick auf eine unbefristete Übernahme von Lehrlingen. Ein derartiges Versprechen vor Ausbildungsbeginn konterkariere nicht nur jeglichen Motivations- und Leistungsgedanken der Jugendlichen. Es sei auch kontraproduktiv. Um kein Qualitätsrisiko einzugehen, könnten die Zugangsvoraussetzungen für eine Lehrstelle angehoben werden. Dies schade dem, dem eigentlich geholfen werden soll.