Operativer Gewinn im ersten Halbjahr

Nach Konzernumbau sieht sich Q-Cells auf gutem Weg

Leipzig (dpa). Der radikale Umbau beim Solarunternehmen Q-Cells zahlt sich aus. Nach einem Milliardenverlust 2009 rechnet das Unternehmen bereits im ersten Halbjahr wieder mit einem operativen Gewinn (EBIT), wie Vorstandschef Nedim Cen gestern auf der Hauptversammlung in Leipzig erklärte. Im ersten Quartal 2010 hatte Q-Cells noch einen Verlust vor Zinsen und Steuern von gut 9 Millionen Euro verzeichnet.

"Wir sind auf dem richtigen Weg", sagte Cen und bekräf- tigte die bisherige Jahresprognose. Der Umsatz soll auf 1 bis 1,2 Milliarden Euro steigen. Beim Ergebnis will das Unternehmen wieder schwarze Zahlen schreiben.

Im vergangenen Jahr hatte Q-Cells wegen des Preisverfalls in der Branche einen Umsatz-Rückgang um ein Drittel auf 802 Millionen Euro hinnehmen müssen. Nach Steuern stand ein Fehlbetrag von knapp 1,4 Milliarden Euro. Insbesondere die wachsende Konkurrenz aus China machte Q-Cells zu schaffen. Das Unternehmen verordnete sich einen radikalen Umbau, unter anderem wurden 500 Stellen gestrichen und vier alte Produktionslinien stillgelegt.

Zugleich erschloss Sanierungsexperte Cen neue Geschäftsfelder. So vermarktet Q-Cells inzwischen eigene kristalline Solarmodule, die bei einer Fremdfirma in Malaysia produziert werden. Aktionärsschützer bemängelten, dass den Anlegern vor einem Jahr das ganze Ausmaß der Q-Cells-Krise verschwiegen worden sei.