MDR-Intendantin verdient mehr als die Kanzlerin

Die Höhe der Gehälter der Intendanten ist umstritten, das Geld kommt aus den Rundfunkbeiträgen. MDR-Intendantin Karola Wille erhält ein jährliches Bruttogehalt in Höhe von 275.000 Euro – das sind etwa 22.917 Euro im Monat.

WDR-Intendant Tom Buhrow erhält von allen ARD-Intendanten die höchsten Bezüge: 399.000 Euro pro Jahr. ZDF-Intendant Thomas Bellut liegt bei etwa 322.000 Euro jährlich.

Die Senderchefs verdienen damit mehr als der Ministerpräsident in Sachsen-Anhalt (rund 14.018 Euro pro Monat) und als Bundeskanzlerin Angela Merkel (rund 18.820 Euro).

Magdeburg l Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) muss bis zum Jahr 2020 rund 45 Millionen Euro einsparen. Das bestätigte Unternehmenssprecherin Susanne Odenthal der Volksstimme. „Um die Finanzierungslücke zu schließen, hat sich die Geschäftsleitung über geeignete Maßnahmen verständigt. Die Sparanstrengungen betreffen alle Standorte des MDR“, sagte sie. Bei Sach- und Personalkosten soll der Gürtel enger geschnallt werden. „Kürzungen beim Programmangebot sehen die beschlossenen Maßnahmen vorerst nicht vor“, so Odenthal. Wie viel die einzelnen Standorte einsparen sollen, kommentierte die Unternehmenssprecherin nicht.

Nach Informationen der Volksstimme sollen allein am Funkhaus in Halle etwa 50 Stellen nicht mehr besetzt werden. Beim Radiosender Jump sollen beispielsweise einzelne Programmrubriken und Werbeaktionen wegfallen. Von der Größenordnung des Fehlbetrags seien die Mitarbeiter völlig überrascht worden, heißt es aus dem Funkhaus.

Sinkende Erträge

Als Grund für den Sparkurs gibt der MDR „sinkende Erträge aus den Rundfunkbeiträgen“ an. „Das hängt im Wesentlichen mit der zum 1. April 2015 in Kraft getretenen Beitragssenkung um 48 Cent auf monatlich 17,50 Euro zusammen. Außerdem ist die Zahl voll beitragspflichtiger Wohnungen im Sendegebiet gesunken“, sagte Odenthal.

Auf Hilfe der Politik können die Öffentlich-Rechtlichen nicht hoffen. Die Rundfunkbeiträge sollen nach dem Willen der Länder stabil bleiben. Staatsminister Rainer Robra (CDU) sagte der Volksstimme: „Die Belastbarkeit der Bürger mit Rundfunkbeiträgen hat Grenzen.“ Robra ist als Chef der Staatskanzlei im Kabinett verantwortlich für Medienpolitik. Er sieht „eine ganze Menge Einsparmöglichkeiten“ bei den Rundfunkanstalten: den Abbau von Doppelstrukturen, mehr Kooperationen im Ausland sowie eine Fokussierung auf Nachrichtenangebote. Bei der Unterhaltung könne dagegen gespart werden. Robra: „Formate, die sich gegenüber den Privaten in nichts mehr unterscheiden, sollten zurückgefahren werden.“