Magdeburg l Die ausländischen Studenten kommen vor allem aus Asien und Osteuropa. Zwei Männer und eine Frau, die an der Uni Magdeburg studieren, sollen hier kurz vorgestellt werden.

Ankid Kumar (25) ist seit April 2017 in Magdeburg. Er kommt aus der nordindischen Stadt Panipat. Er studiert Technische Sicherheit und Umweltschutz. Mit dem Ingenieur-Abschluss in der Tasche kann er Jobs in der Chemie- und Energiebranche finden.

Kostenlos in Deutschland studieren

Zu Hause in Indien müsste er 2000 bis 3000 Euro für zwei Master-Studienjahre zahlen. Hier sind sie kostenlos. Aber ums Geld ging es ihm nicht in erster Linie, sagt Ankid Kumar. Er hätte auch nach Kanada gehen können, wie viele seiner Landsleute. „Aber ein Studiengang mit Schwerpunkt Mechanik macht man am besten im Land der Autobauer.“

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Die größte Hürde ist die Sprache. Ankid Kumar spricht kaum ein Wort Deutsch. Im Studium halb so schlimm – weil der gesamte Studiengang in Englisch gelehrt wird. Im Alltag ist es schon schwieriger. „Ich wusste ja nicht einmal, wie man hier eine Wohnung mietet.“ Außerdem sei Magdeburg ein „kleiner Kulturschock“ für ihn gewesen. „Hier ist alles hektischer als zu Hause.“ Nach dem Studium will Ankid Kumar zunächst in Deutschland belieben, um Berufserfahrungen zu sammeln.

Mit den Freunden studieren

Im Oktober 2016 kam Pavel Kukushkin (23) aus St. Petersburg nach Magdeburg. Er studiert Marketing. Deutsch hat er bereits in der Schule gelernt. Dadurch war schon früh klar, dass er in Deutschland studieren will. Und da seine Freundin ebenfalls in Magdeburg einen Studienplatz ergattert hat, fiel die Entscheidung leicht. Pavel Kukushkin will nach seinem Abschluss gerne in Deutschland bleiben. Er fühlt sich wohl, spricht gutes Deutsch und hat bereits viele Beziehungen geknüpft. Seine Zukunft sieht er in der Unternehmensberatung. Auf dem internationalen Markt ist es ein Vorteil, wenn man drei Sprachen spricht und mehrere Kulturen kennt. Sein Fazit: „Du erwartest von Magdeburg nicht viel, aber wenn du willst, kannst du dich ziemlich gut entwickeln.“

Iris Banciu (22) kommt aus dem rumänischen Brașov (Kronstadt). Deutsch war für sie kein Problem, da sie in Siebenbürgen aufgewachsen war: „Ich habe mein Abitur an einer deutschen Schule in Rumänien gemacht.“ An der Uni studiert sie seit 2014 Computervisualistik. Der Studiengang wird so nur noch in Koblenz angeboten. „Nach Magdeburg bin ich gekommen, weil die Uni gute Bewertungen hatte.“ Eine „richtige Altstadt“ vermisst sie hier - aber Elbe und Grünflächen machen das wieder wett.

Im kommenden Semester will sie ihren Bachelor-Abschluss machen und zunächst mit dem Master beginnen.

In Deutschland bleiben

Iris Banciu will nach ihrem Studium gerne in Deutschland bleiben. Hier fühlt sie sich freier als in Rumänien: „Deutschland ist ein offenes Land, hier werde ich nur selten schief angeschaut, wenn ich mit meiner Partnerin Hand in Hand durch die Stadt gehe.“

Magdeburg jedoch wird sie nach dem Studium verlassen. Denn: Eine berufliche Perspektive ergibt für sie als Informatikerin in Sachsen-Anhalt wohl nicht, denkt sie. „Für mich gibt es bessere Berufsaussichten in Berlin, Leipzig oder Hamburg.“