Halle l Die frühere IS-Anhängerin Leonora M. aus Sangerhausen ist am Freitag aus der Untersuchungshaftanstalt in Halle entlassen worden. "Der Haftbefehl wurde außer Vollzug gesetzt", bestätigte Dirk Hackler von der Bundesanwaltschaft nach einer Entscheidung des Haftrichters beim Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe. Einzelheiten zu Auflagen oder Gründen nannte er nicht.

Konkret bedeutet dies, dass die 21-Jährige bis zu einer möglichen Anklage vor dem Oberlandesgericht auf freiem Fuß bleibt. Die Bundesanwaltschaft wirft ihr Mitgliedschaft in einer terroristischen Vereinigung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit vor. Als 15-Jährige war die Sangerhäuserin im März 2015 von zu Hause weggelaufen, um sich der Terrororganisation IS anzuschließen. In Syrien heiratete sie einen deutschen Dschihadisten aus Zeitz wurde nach Medienberichten seine Drittfrau.

Sie bekam zwei Kinder von ihm. Mit ihrem Mann soll sie zeitweise eine jesidische Frau als Sklavin gehalten und diese weiterverkauft haben. Am 20. Dezember war sie am Frankfurter Flughafen direkt bei der Einreise von der Bundespolizei festgenommen worden. Sie war mit weiteren deutschen IS-Frauen vom Auswärtigen Amt aus Gefangenenlagern mit ihren Kindern zurückgeholt worden.