Magdeburg l Das Landeskriminalamt Sachsen-Anhalt hat möglicherweise einen schweren Terroranschlag verhindert. Drei verdächtige Männer syrischer Herkunft im Alter von 33, 36 und 40 Jahren stehen in Verdacht, sich kiloweise Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff nach Dessau in Sachsen-Anhalt liefern lassen zu haben. Das bestätigte am Donnerstag Oberstaatsanwalt Klaus Tewes von der Generalstaatsanwaltschaft in Naumburg. Bei einer Wohnungsdurchsuchung am vergangenen Freitag in Dessau hat die Polizei zehn Kilogramm Schwarzpulver und Zündschnüre sichergestellt. Die Festnahmen erfolgten in Hessen und in Dänemark.

Dort sind am Wochenende zwei der Verdächtigen festgenommen worden. Die dänische Polizei in Holbaek nahm in der Stadt weitere Personen in Gewahrsam. Insgesamt soll es sich um vier Männer und drei Frauen handeln berichtete die dänische Online-Zeitung „sn.dk". Die Verdächtigen befinden sich dort zum Teil in Untersuchungshaft, bis zum nächsten Haftprüfungstermin. Den Berichten zufolge waren in Dänemark bei der Festnahme auch Bombenentschärfer, Chemie-Spezialisten und bewaffnete Polzisten im Einsatz.

Klaus Tewes von der Generalstaatsanwaltschaft sagt: „Wir wissen aktuell nur, dass sich die Verdächtigen Chemikalien zur Herstellung von Sprengstoff bestellt haben." Hinweise auf ein mögliches Ziel für einen Terroranschlag sei aktuell noch nicht bekannt. Die Ermittlungen laufen parallel in Dänemark und werden von Verbindungsbeamten des Bundeskriminalamtes koordiniert.