Wernigerode l Im Harz leben mittlerweile 90 Luchse. Dies geht aus einer Auswertung von Fotofallen hervor, die von der Nationalparkverwaltung am Mittwoch veröffentlicht wurden. Nach vergleichbaren Studien im westlichen und mittleren Teil des Gebirges sei nun auch der Nordosten des Harzes zwischen Wernigerode und Mansfeld unter die Lupe genommen worden.

Auf einer Fläche von 780 Quadratkilometern wurden zwischen August und Dezember 2017 an 60 Standorten mit 120 Kameras automatisch insgesamt 8131 Fotos vorbeilaufender Tiere aufgenommen. Dabei entstanden auch 455 Bilder von Luchsen.

Unterscheidung durch Fleckenmuster

Anhand der typischen Fleckenzeichnung war es möglich, die Tiere voneinander zu unterscheiden. Demnach passierten 23 ausgewachsene Luchse die Kamerastandorte, darunter auch sechs Luchsweibchen mit zusammen 13 Jungtieren.

Die Experten schlussfolgern, dass im untersuchten Gebiet des Harzes pro 100 Quadratkilometer Fläche 2,9 selbständige Luchse leben. Zählt man auch den Nachwuchs mit, sind es auf derselben Fläche sogar 4,6 Tiere. Dabei handelt es sich um den höchsten Dichtewert, der in den drei Harzer Untersuchungsgebieten bislang ermittelt werden konnte. Die Nationalparkverwaltung Harz schätzt, dass etwa 55 selbständige und 35 Jungluchse, insgesamt also 90 Luchse, im gesamten Mittelgebirge leben.