Landesgartenschauen

Die erste Landesgartenschau fand 1970 In Nordrhein-Westfalen statt.

1980 gab es die bundesweit erste länderübergreifende Landesgartenschau in Ulm/Neu-Ulm (Baden-Württemberg/Bayern).

Ziel ist es, Lebensqualität und ökologisches Klima in den Städten zu verbessern.

Die Laga in Sachsen-Anhalt: 2004: Zeitz, 2006: Wernigerode, 2010: Aschersleben, 2018: Burg, 2022: Bad Dürrenberg.

Laga Burg (bis 7. Oktober): Goethepark, Flickschupark, Ihlegärten, Weinberg.

Burg l Ob die Burger Laga GmbH ihr anspruchsvolles Ziel von 450.000 Besuchern erreichen wird, scheint nach jetzigem Stand eher fraglich. Denn bei der Landesgartenschau im Jerichower Land bleiben die Besucher aus.

Etwa 20.000 Menschen weniger, als bis zum jetzigen Zeitpunkt geplant waren, zeigten Interesse für Goethe- und Flickschupark, Weinberg sowie Ihlegärten.

Allerdings hält sich die Laga-Gesellschaft in Bezug auf Besucherzahlen sehr zurück. Doch eine einfache Rechnung ergibt, dass es statt der aktuell geplanten rund 187.000 Besucher, um das Endziel 450.000 zu realisieren, nur 167.000 sind.

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Viele heiße Tage

Die Suche nach Gründen. „Ein Tag mit über 30 Grad ist wie ein gefühlter Regentag“, zitiert Laga-Geschäftsführerin Sonnhild Noack einen Gärtner. „Und davon hatten wir viele.“

Einen Knick habe es zudem beim Dauerkartenverkauf gegeben, nachdem die Vorverkaufsphase mit 80 Euro pro Ticket am 31. Dezember 2017 ausgelaufen sei. 15 Euro mehr haben wohl einige potenzielle Besucher abgeschreckt.

Sie schaue sich nicht täglich die Zahlen an, sagt Noack und funkt damit auf derselben Welle wie Mitgeschäftsführer Erhard Skupch.

Letztlich gehe es doch auch gar nicht um „Zahlenjagd“, betont Noack. „Es geht doch letztlich um ein langfristiges Konzept für die Weiterentwicklung der Stadt.“ Und das habe man mit der Landesgartenschau „unstrittig erreicht“. Die Nachhaltigkeit habe alle verstummen lassen, die der Laga zu Beginn kritisch gegenüber gestanden haben.

Laga will in Berlin/Brandenburg werben

Zahlen-Druck gebe es auch nicht durch Bürgermeister Jörg Rehbaum (SPD), den Aufsichtsratsvorsitzenden der Laga-GmbH. „Die Zusammenarbeit ist sehr gut“, betont Noack.

Der Mai sei in Bezug auf Besucherzahlen ein „Super-Monat“ gewesen. „Und wir setzen nun auf den September. Der ist allen Erfahrungen nach ebenfalls ein Monat mit guter Besucher-Resonanz.“

Dass hingegen Juli und August nicht die „Bringer“ sind, weil Burg ja eher nicht der Tourismusmagnet während der Ferienzeit ist, weiß die Geschäftsführerin natürlich. „Da setzen wir an. Wir nehmen noch einmal richtig Geld in die Hand und wenden uns speziell an Familien mit Kindern. Denn unsere Spielplätze sind ja einer unserer Renner.“

Anfang Juli will die Laga speziell im Radio „powern“, um dem Besucher-Minus etwas entgegenzusetzen. Die Stoßrichtung sei besonders Berlin/Brandenburg. „Von dort kommen zwar schon eine ganze Menge Besucher, aber da sehen wir noch Potenzial.“

Halbjahreskarten

Und auch, dass es ab Mitte Juli die Halbjahreskarten für 45 Euro gibt, stimmt die Geschäftsleitung optimistisch, das 450.000-Besucher-Ziel doch noch zu erreichen.

Vielleicht schlägt ja auch das „Direktmarketing“ ein, mit dem die Burger aus dem aktuellen Tief herauskommen wollen. „Wir schreiben Firmen direkt an und bieten ihnen Betriebsausflüge an“, erklärt Noack.

Dass Landesgartenschauen mit zu hoch angesetzten Besucherzahlen zu kämpfen haben, ist nichts Neues. So hatte die Landesgartenschau in Bad Lippspringe (Nordrhein-Westfalen) 2017 mit 550.000 Menschen geplant. An den Blumen geschnuppert haben jedoch nur 480.000. Nach Eutin (Schleswig-Holstein) sollten vor zwei Jahren 600 000.Grün-Freunde kommen. Es waren jedoch 100.000 weniger. Und 2015 besuchten statt der 350.000 Erwarteten rund 50.000 Menschen weniger die Landesgartenschau in Schmalkalden (Thüringen).

Dass es auch anders geht, zeigte die Landesgartenschau in Schwäbisch Gmünd (Baden-Württemberg). Die Stadt hält mit zwei Millionen Besuchern immer noch den Landesgartenschau-Rekord.

Weitere Informationen rund um die Landesgartenschau in Burg gibt es in einem Dossier.