Magdeburg (dpa) l Das Umweltministerium will die Struktur der Forstverwaltung überarbeiten. Die Zahl der Standorte soll von elf auf acht reduziert werden. "Bei der Verwaltung überlegen wir, ob wir nicht besser fahren, wenn wir Standorte zusammenlegen", sagte Ministerin Claudia Dalbert (Grüne) der Deutschen Presse-Agentur. Davon verspreche man sich kompetentere Teams, weil Fachleute aus den bislang getrennten Standorten zusammengezogen werden. "Es geht nicht darum, Personal zu sparen", sagte Dalbert. Eine Vergrößerung der Reviere sei nicht geplant.

Die Grünen-Politikerin verwies auf die in der Koalition vereinbarten zusätzlichen 120 Stellen für ihr Ressort. 26 davon seien für den Forstbereich vorgesehen. Nach Angaben der Ministerin sind acht Einstellungen bereits abgeschlossen, bei acht läuft die Vorbereitung. Die Stellen sollen vor allem dem Landesforstbetrieb (LFB), der sich um den landeseigenen Wald kümmert, und dem Landeszentrum Wald (LZW), das den Privatwald betreut, zu Gute kommen. "Das sind unsere Betriebe, die sind gut und die will keiner kürzen", sagte Dalbert. "Im Gegenteil: Wir wollen sie stärken."

Private Waldbesitzer skeptisch

Die privaten Waldbesitzer sehen das allerdings ganz anders. "Wir sind in die Pläne überhaupt nicht eingebunden", kritisierte der Vorsitzende des Waldbesitzerverbandes, Franz Prinz zu Salm-Salm. Die Zahl der Forstämter-Standorte zu reduzieren nannte er "bemerkenswert". Seit der Wende sei die Fläche des Privatwalds deutlich gestiegen. Für die immer größeren Flächen würde aber immer weniger Personal bereitgehalten. Im Land gebe es rund 51.000 Waldbesitzer, die auf Unterstützung angewiesen seien. "Das Land ist in der Pflicht, ihnen zu helfen", sagte Salm-Salm.

Nach Angaben des Ministerium gibt es derzeit elf Verwaltungsstandorte - die Betriebsleitung in Halberstadt und zehn Betreuungsforstämter. Zukünftig sollen es acht sein. Neben der Betriebsleitung sollen sieben regionale Waldzentren eingerichtet werden. In Sachsen-Anhalt sind rund 530.000 Hektar mit Wald bedeckt, das ist etwa ein Viertel der Landesfläche. Etwas mehr als die Hälfte der Waldfläche ist Privatwald, der Rest im Besitz von Bund, Land und Kommunen.

Salm-Salm kritisierte, die Besetzung neuer Stellen komme nicht schnell genug. "Stellenausschreibungen erfolgen so zögerlich, dass sich viele junge Forstwirte fragen, ob das Land sie überhaupt will." Der Umweltministerin warf Salm-Salm fehlende Bereitschaft zum Dialog vor. "Sie spricht nicht mit uns." Statt den Konsens zu suchen, wolle die Grünen-Politikerin stur ihr Programm durchziehen. Salm-Salm erneuerte damit seine Kritik vom Jahresanfang. Damals kam es zum Eklat, als sich mehrere Agrar- und Forstverbände in einem offenen Brief an Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) wandten.