Die schlechten Nachrichten an der Magdeburger Uniklinik reißen nicht ab. Nach Bekanntwerden eines Rekorddefizits von 17,2 Millionen Euro 2018 kommt nun eine neue Hiobsbotschaft: Das Krebsklinikum wurde wegen massiver Mängel bei Hygiene, Arbeitssicherheit und Brandschutz geschlossen. Für die unter einer heimtückischen Krankheit leidenden Menschen ist das eine furchtbare Belastung. Sie müssen jetzt nach Hannover, Berlin, Leipzig oder Halle ausweichen. Das sind unfassbare Zustände.

Der neue Ärzte-Chef der Uniklinik hat zu seiner Amtseinführung im März auf die dramatische Lage hingewiesen. Er bezifferte den Investitionsstau auf 800 Millionen Euro und sagte, dies gefährde die Uniklinik. Will das Klinikum ein wissenschaftlicher und medizinischer Leuchtturm sein, muss es einerseits seine Prozesse optimieren, andererseits aber auch finanziell angemessen ausgestattet werden. In den anstehenden Etatverhandlungen müssen klare Schwerpunkte gesetzt werden. Die Unikliniken gehören zwingend dazu.