Magdeburg l In der Hotelaffäre um den Staßfurter Landtagsabgeordneten Matthias Büttner bringt eine Zeugenaussage neue Details ans Licht. Seit eineinhalb Jahren steht der Vergewaltigungsvorwurf nun schon im Raum – doch bisher hat sich der AfD-Politiker nicht dazu geäußert, wie es zur Buchung des Doppelzimmers kam, in dem sich der Vorfall ereignet haben soll. Nun belastet eine Hotelmitarbeiterin Büttner. Nach gesicherten Informationen der Volksstimme hat sie gegenüber den Ermittlungsbehörden angegeben, dass zunächst zwei Einzelzimmer reserviert waren und Büttner auf ein Doppelzimmer umbuchte. Dessen Anwalt erzählt die Geschichte jedoch ganz anders.

Worum geht es? Mitte November 2016 fuhr der Staßfurter mit einer inzwischen entlassenen Referentin der AfD-Landtagsfraktion zu einer Tagung nach Erfurt. Im gemeinsamen Doppelzimmer soll Büttner die Frau sexuell bedrängt haben. Die Staatsanwaltschaft Erfurt ermittelt wegen des Vorwurfs der Vergewaltigung. Ein Sprecher der Behörde sagte auf Anfrage der Volksstimme, die Untersuchungen würden noch mehrere Wochen andauern.

Zeugin bestätigt vertrauten Umgang

Der AfD-Politiker hat den Vorwurf der Vergewaltigung zurückgewiesen und die Frau unter anderem wegen Verleumdung und Stalking angezeigt. Zur zentralen Frage, warum es überhaupt ein gemeinsames Doppelzimmer mit der Referentin gab, äußerte sich Büttner bisher jedoch nicht. Aus dem Umfeld der Ex-Referentin, die wenige Wochen nach der Dienstreise entlassen wurde, hat es bisher stets geheißen, Büttner habe die Auswahl des Zimmers selbst veranlasst.

Diese Darstellung wird nun durch die Aussage einer Hotelmitarbeiterin gestützt. Demnach soll die damalige Referentin am 16. November 2016 telefonisch zwei Einzelzimmer reserviert haben. Als die beiden gegen 22.45 Uhr das Hotel nahe dem Thüringer Landtag erreichten, soll Büttner explizit nachgefragt haben, ob auch ein Doppelzimmer zur Verfügung stünde. Zimmer 109 wurde im Anschluss für beide zusammen gebucht.

Hinweis auf Verhältnis

Doch nicht nur das: Die Mitarbeiterin gibt auch einen Hinweis auf das Verhältnis der beiden. Der Politiker und die Referentin sollen sehr vertraut miteinander gewirkt haben, auch soll die Frau keinen Einwand gegen die Umbuchung erhoben haben. Geschah diese möglicherweise im gegenseitigen Einvernehmen? Bereits in der Vergangenheit hatten Abgeordnete bestätigt, dass sich die beiden gemocht hätten.

Büttner schweigt weiterhin zum Doppelzimmer. Der Landtagsabgeordnete sagte der Volksstimme am Mittwoch, dass er sich auf Anraten seines Anwaltes dazu nicht äußern könne.

Büttner macht andere Angaben

Gegenüber den Ermittlungsbehörden hat er dies jedoch bereits getan. Interessant dabei: Büttner hat nach Recherchen der Volksstimme über seinen Anwalt erklärt, dass die Referentin das Gespräch an der Rezeption bestimmt habe. Er weist den Vorwurf zurück, über die Zimmervergabe selbst verhandelt zu haben – seine Aussage widerspricht damit völlig der Darstellung der Hotelmitarbeiterin.

Der frühere AfD-Fraktionschef André Poggenburg hatte im Januar 2017 nach dem Vorfall klargestellt, dass Referenten und Abgeordnete stets getrennte Zimmer zu buchen hätten. Da wolle man in Zukunft „ein Auge drauf“ haben, so Poggenburg damals. Eine Sprecherin der AfD-Landtagsfraktion sagte dazu am Mittwoch: „Das hat so Bestand.“