Finzelberg-Prozess

Urteil verzögert sich weiter

Wiederholt kommt es nicht zu geplanten Plädoyers im Magdeburger Prozess gegen den Ex-Landrat Finzelberg. Der zweite Angeklagte ist krank.

Von Franziska Ellrich

Magdeburg l  Als der Angeklagte Edgar E. am Montagmorgen vor dem Magdeburger Landgericht erscheint, muss er sofort weiter zur Uniklinik. Das Gericht fordert eine Untersuchung durch einen Amtsarzt, nachdem der Angeklagte sich in der vergangenen Woche krankgemeldet hat. Drei Stunden lang warten alle Beteiligten auf die Entscheidung vom Arzt. Das Ergebnis: Am Montag darf nicht mehr verhandelt werden. Der angeklagte Unternehmer ist zu krank.

Edgar E. sitzt neben dem Ex-Landrat Lothar Finzelberg vor Gericht, weil er ihn mit mehreren zehntausend Euro bestochen haben soll. Dafür soll Finzelberg der Anklage zufolge Einfluss auf Genehmigungsverfahren für die mit Müll verfüllten Tongruben genommen haben.

Das ausführliche Gutachten des Amtsarztes wird jetzt darüber entscheiden, ob noch im Januar mit den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigern zu rechnen ist oder erst im Februar. Nach einem Jahr Prozess wollte das Gericht eigentlich bereits im Dezember noch ein Urteil fällen. Doch Anträge und Erklärungen der Angeklagten verzögerten das. Auch für den nächsten Verhandlungstag hat der damalige Landrat des Jerichower Landes noch eine ausführliche Erklärung angekündigt.

Sollte der Mitangeklagte noch für längere Zeit krank und nicht verhandlungsfähig sein, zieht das Gericht die Abtrennung des Verfahrens in Betracht. Das bedeutet: Der Fall Finzelberg wird einzeln verhandelt und der Prozess gegen den Unternehmer nachgeholt.