Magdeburg l Autobahn-Baustellen sind im vorigen Jahr zur Todesfalle geworden. 21-mal rasten Laster zumeist ins Stauende. Es gab fünf Tote, 32 Menschen wurden verletzte.

Künftig sollen Kraftfahrer in Sachsen-Anhalt schneller vor Gefahren durch kurzfristige Baustellen auf Autobahnen gewarnt werden. Das funktioniert so: Die ohnehin bereits mit GPS ausgerüsteten Fahrzeuge der Landesstraßenbaubehörde signalisieren automatisch, wann und wo sie genau sie im Einsatz sind – zum Beispiel an einer Unfallstelle oder bei zeitweiligen Mäh- und Bauarbeiten.

Kraftfahrer erhalten diese Informationen für ihren entsprechenden Autobahn-Abschnitt via Autoradio und Navigationssystem. Dazu werden die Informationssysteme der Landesmeldestelle-Verkehr und der Rundfunkanstalten mit denen der Straßenbauverwaltung gekoppelt.

Die Meldungen können als grafisches Symbol sowie als Schriftzug in verschiedenen Sprachen, gekoppelt mit einem Signalton, in Autos und Lastwagen empfangen werden. „Damit ist die Aufmerksamkeit im eigentlichen Gefahrenbereich deutlich höher“, sagte gestern Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Und weiter: „Bis 2020 wollen wir die Zahl der Verkehrstoten um 40 Prozent und die der Schwerverletzten um 20 Prozent gegenüber den Zahlen 2010 reduzieren.“

2010 gab es rund 84.000 Unfälle

Im Jahr 2010 wurden in Sachsen-Anhalt insgesamt 83.895 Verkehrsunfälle registriert. Dabei gab es 157 Tote und 2106 Schwerverletzte. Auf den Autobahnen wurden 5232 Verkehrsunfälle verbucht. Dabei verloren 16 Menschen ihr Leben, 197 erlitten schwere Verletzungen.

Die Idee für das Warnsystem wurde in der Landesstraßenbaubehörde entwickelt. Es soll künftig auf allen Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen zum Einsatz kommen. Die Kosten dafür belaufen sich auf rund 150 000 Euro. Das Projekt wurde gestern zunächst in Dessau-Roßlau gestartet. Bis Ende 2019 sollen alle Sicherungsanhänger und Vorwarntafeln mit dem Alarmsystem ausgerüstet sein. Die Ausstattung eines Fahrzeugs mit der entsprechenden Elektronik kostet rund 775 Euro.

In Nordrhein-Westfalen gibt es bereits seit 2010 ein Frühwarnsystem vor Autobahn-Baustellen. Dort enthalten Baustellen-Hütchen, sogenannte Verkehrsleitkegel, kleine Sender. Diese warnen Lkw-Fahrer über den viel genutzten CB-Funk vor einer Baustelle. Die Durchsagen wie „Achtung Gefahrenstelle“ erfolgen sogar auch Polnisch, Englisch, Russisch oder Tschechisch.

Schon kurz nach Einführung dieses Warnsystems ging in Nordrhein-Westfalen die Zahl der Verkehrsunfälle zurück.