Magdeburg/Berlin l Laut Innenministerium wurden 2018 fast 162.000 Erstanträge sowie knapp 24.000 Folgeanträge gestellt. Das waren insgesamt gut 36.800 weniger als 2017. Ein Jahr zuvor waren es noch rund 280.000 und 2015 etwa 890.000 asylsuchende Menschen gewesen. Die meisten Asylbewerber kamen im vorigen Jahr aus Syrien (46.164), dem Irak (18.074) und Afghanistan (12.251).

Insbesondere liege die Nettozuwanderung – nach Abzug der Rückführungen und freiwilligen Rückkehrer also – im vorigen Jahr „deutlich unter dem im Koalitionsvertrag vereinbarten Korridor für die Zuwanderung von 180.000 bis 220.000 Personen jährlich“, sagte Innenminister Horst Seehofer (CSU) gestern. Es seien aber weitere Anstrengungen für eine „effektivere Rückführung“ nötig. Der Minister machte sich erneut für die Ausweisung weiterer sicherer Herkunftsstaaten stark.

Nach Angaben des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge gab es 2018 die mit Abstand meisten Asylbegehrenden in Nordrhein-Westfalen (45.025), gefolgt von Bayern (25.906) und Niedersachsen (18.911). In Sachsen-Anhalt wurden 5249 Asylanträge gestellt. Ein Jahr zuvor waren es noch 5957 gewesen.

Weniger Schutzsuchende kamen neu ins Land

Deutlich zurückgegangen ist in Sachsen-Anhalt auch die Zahl der Zugänge von Asylsuchenden. Nach Angaben des Landes-Innenministeriums kamen 2018 genau 2850 Schutzsuchende neu ins Land, die meisten von ihnen aus Syrien. Im Jahr zuvor waren es noch 3444 gewesen. Der Spitzenwert war im Jahr 2015 mit 34. 340 erreicht worden.

Die Zahl der Abschiebungen hat leicht zugenommen. 2018 wurden 688 ausreisepflichtige Ausländer abgeschoben – Ende 2017 waren es 654 gewesen. Abgeschoben wurde vor allem nach Indien, was auf eine bessere Zusammenarbeit mit dem Herkunftsland zurückzuführen ist

Zurückgegangen ist in Sachsen-Anhalt die Zahl der freiwilligen Ausreisen. 2018 wurden 520 registriert, im Jahr zuvor waren es 736. Der Rückgang der freiwilligen Ausreisen ist aber geringer als im Bundesdurchschnitt (minus 46 Prozent).