Zuzahlungen für Pflege im Heim am niedrigsten

Von dpa
Eine Pflegefachkraft zieht einem Klienten einen Kompressionsstrumpf an.
Eine Pflegefachkraft zieht einem Klienten einen Kompressionsstrumpf an. Sebastian Gollnow/dpa/Symbolbild

Berlin - Die Pflege im Heim wird für Pflegebedürftige und deren Familien immer teurer - in Sachsen-Anhalt fällt die Summe aber geringer aus als in den anderen Bundesländern. Die selbst zu zahlenden Anteile stiegen im landesweiten Schnitt auf 1539 Euro pro Monat - 74 Euro mehr als zu Jahresbeginn und 103 Euro mehr als vor einem Jahr. Das geht aus neuen Daten des Verbands der Ersatzkassen mit Stand vom 1. Juli hervor, die der Deutschen Presse-Agentur vorliegen. Der bundesweite Durchschnitt stieg weiter auf nun 2125 Euro pro Monat, 110 Euro mehr als vor einem Jahr.

In den Summen ist zum einen der Eigenanteil für die reine Pflege und Betreuung enthalten. Die Pflegeversicherung trägt - anders als die Krankenversicherung - nur einen Teil der Kosten. Für Heimbewohner kommen Kosten für Unterkunft, Verpflegung und auch für Investitionen in den Einrichtungen hinzu. Der Eigenanteil allein für die reine Pflege stieg nun im bundesweiten Schnitt auf 873 Euro, nachdem es zum 1. Januar noch 831 Euro waren. In Sachsen-Anhalt stieg dieser Wert im gleichen Zeitraum von 580 auf 641 Euro.

Entlastung soll eine Pflegereform bringen, die die große Koalition beschlossen hat. Heimbewohner bekommen demnach ab 2022 einen neuen Zuschlag. Der Eigenanteil für die reine Pflege soll damit im ersten Jahr im Heim um 5 Prozent sinken, im zweiten Jahr um 25 Prozent, im dritten Jahr um 45 Prozent und ab dem vierten Jahr um 70 Prozent.

Die Vorstandschefin des Verbandes der Ersatzkassen, Ulrike Elsner, sagte der dpa, eine solche „kleine Pflegereform“ reiche bei weitem nicht aus. Es gelte, Pflegebedürftige spürbar zu entlasten und die Finanzierung langfristig zu sichern. Nötig sei unter anderem ein dauerhaft höherer Steuerzuschuss.