Halle (dpa/sa) - Vor dem Landgericht Halle muss sich seit Dienstag ein 39 Jahre alter Mann verantworten, weil er im Gefängnis einem Mithäftling einen Kugelschreiber in den Hals gerammt haben soll. Die Staatsanwaltschaft hat ihn wegen versuchten Totschlags und gefährlicher Körperverletzung angeklagt. Demnach soll der Mann am 7. Januar dieses Jahres im Gefängnis in Halle beim Freigang auf dem Hof den Mitgefangenen unvermittelt angegriffen und schwer verletzt haben. Der Verteidiger des Angeklagten kündigte an, dass sein Mandant sich noch zu der Tat äußern wolle. Er bestreite das Geschehene nicht.

Das 38 Jahre alte Opfer wurde beim Prozessauftakt als Zeuge befragt. Er wurde gefesselt in den Verhandlungssaal geführt, ebenso wie der Angeklagte. Der Zeuge sagte, er habe einen weiteren Gefangenen mit einer Geste mit drei erhobenen Fingern gegrüßt. Das soll der Angeklagte als Drohung und als Symbol für eine Pistole missverstanden haben. Der gegrüßte Inhaftierte bestätigte, dass das Handzeichen aus seiner Sicht eindeutig keine Bedrohung gewesen sei.

Zum Prozessauftakt wurde im Verhandlungssaal zudem ein Video gezeigt. Zu sehen war, wie Gefangene auf dem Innenhof des Gefängnisses Tischtennis spielen und die plötzlich ausgeübte Tat.

Sollte der Angeklagte, der aus dem Iran stammt, verurteilt werden, erwartet ihn eine Freiheitsstrafe von mindestens drei Jahren und neun Monaten. Der Prozess wird am 4. Dezember fortgesetzt.

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