Halle (dpa/sa) - Nach Attacken auf Polizisten müssen sich drei Mitglieder einer Familie vor dem Landgericht Halle verantworten. Die Staatsanwaltschaft wirft dem 48 Jahre alten Vater und zwei Söhnen im Alter von 23 und 26 Jahren insgesamt 18 Straftaten vor. Dazu gehören Landfriedensbruch, Widerstand gegen Vollstreckungsbeamte, Körperverletzung und Fahren ohne Führerschein. Zu Beginn des Prozesses am Donnerstag wollten sich die Angeklagten nicht äußern.

Ihnen wird unter anderem vorgeworfen, Polizisten bei einem Einsatz in einer Shisha-Bar in Naumburg (Burgenlandkreis) 2016 massiv bedroht zu haben. Dabei soll den Beamten mit dem Gebrauch einer Schusswaffe gedroht und der Rückweg versperrt worden sein. Die beiden Brüder sollen aus Verärgerung um den Entzug der Fahrerlaubnis des Jüngeren 2017 im Kommissariat eine Tür eingetreten und vier Polizisten bedroht haben.

Nach einem Gespräch mit der Staatsanwaltschaft und Verteidigung erklärte der Richter, wenn sich die Angeklagten geständig zeigten, könne man über eine Bewährungsstrafe reden. Der 26 Jahre alte Angeklagte ist nach Angaben des Gerichts in Untersuchungshaft, sein jüngerer Bruder und der Vater befinden sich auf freiem Fuß. Die Attacken hatten in Sachsen-Anhalt für Aufsehen und Diskussionen um die Personalstärke bei der Polizei gesorgt.

Statement von Innenminister Holger Stahlknecht zu dem Fall von 2017