Weimar (dpa/th) - Das Stadtmuseum Weimar geht der Entstehung des Buchenwald-Mahnmals in der KZ-Gedenkstätte auf dem Ettersberg bei Weimar nach. 60 Jahre nach der Einweihung der monumentalen Anlage mit dem weithin sichtbaren Glockenturm und der Plastik der Buchenwald-Häftlinge von Fritz Cremer soll deren Geschichte in einer Ausstellung (1. September bis 4. November) gezeigt werden, wie das Museum am Donnerstag mitteilte. Die Anlage, zu der auch die Straße der Nationen und Massengräber für die Toten des Lagers gehören, war am 4. September 1958 offiziell eröffnet worden.

Bei den Arbeiten am Mahnmal hatten in den 1950er Jahren viele Einwohner Weimars unentgeltliche Arbeitseinsätze geleistet. Das Museum ist derzeit auf der Suche nach diesen Zeitzeugen. Deren Erinnerungen in Gestalt von Fotos, Schriftstücken oder anderen Zeitdokumenten sollen die Ausstellung einfließen. Dazu seien auch persönliche oder telefonische Befragungen geplant.

In das KZ Buchenwald hatten die Nationalsozialisten von 1937 bis zur Befreiung im April 1945 rund 280 000 Menschen aus ganz Europa verschleppt, 56 000 kamen ums Leben. Von Sommer 1945 an inhaftierten die sowjetischen Besatzungstruppen auf dem KZ-Gelände Funktionäre des NS-Systems, vor allem mittlere und untere Nazi-Kader. Später kamen auch willkürlich Verhaftete dazu, viele waren Opfer von Denunziationen. Im Speziallager wurden bis Anfang 1950 rund 28 000 Menschen gefangen gehalten, mehr als 7000 von ihnen starben an Hunger und Krankheiten.

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