Magdeburg (dpa) - Als Lehre aus der Corona-Krise sollte sich das Gesundheitssystem in Deutschland nach Einschätzung von Grünen-Chefin Annalena Baerbock wieder mehr am ländlichen Raum orientieren. Die Pandemie habe gezeigt, wie wichtig Gesundheitseinrichtungen in der Fläche sind, sagte die Parteichefin am Dienstag bei einer Online-Veranstaltung der Grünen Sachsen-Anhalt. "Wenn wir das jetzt alles in der Krise erkennen, dann ist das doch eine riesengroße Chance, (...) Dinge wirklich besser zu machen."

Kleine Krankenhäuser hätten es zwar wirtschaftlich schwerer. "Aber wenn man das koppelt mit Ärztinnen und Ärzten als Gesundheitszentren, dann können sie auch in der Fläche bestehen", sagte Baerbock, die sich an einer Diskussionsveranstaltung zum Wahlprogramm der Landespartei für die Landtagswahl im Juni beteiligte. Darin fordern die Grünen, alle Krankenhaus-Standorte in Sachsen-Anhalt zu erhalten und durch Umstrukturierungen zukunftsfest zu machen. Außerdem will die Partei das Angebot von Telemedizin deutlich ausbauen.

Vor fünf Jahren waren die Grünen in Sachsen-Anhalt nur knapp ins Parlament eingezogen und regieren seitdem mit CDU und SPD. Bei der Landtagswahl am 6. Juni will die Partei mit einem Trio aus Fraktionschefin Cornelia Lüddemann, Umweltministerin Claudia Dalbert und Landesparteichef Sebastian Striegel an der Spitze ihren Stimmanteil deutlich ausbauen und auch der nächsten Landesregierung angehören. Nach derzeitigen Umfragen wäre eine Neuauflage der Kenia-Koalition die einzige realistische Machtoption für die Grünen.

Entwurf zum Wahlprogramm