Dessau-Roßlau (dpa/sa) - In Dessau-Roßlau will die Jüdische Gemeinde an der Stelle der 1938 zerstörten Synagoge einen Neubau errichten. Nun kommt das Projekt einen entscheidenden Schritt voran. Die Baugenehmigung ist laut der Stadt fertiggestellt und liegt amtlich vor. Sie soll am Donnerstagnachmittag bei einem kleinen feierlichen Akt an die Jüdische Gemeinde Dessau überreicht werden. Der Grundstein für den Neubau war im November 2019 gelegt worden.

Mit der Planung hatte die Kurt-Weill-Gesellschaft in Dessau bereits 2014 begonnen, wie die Stadt weiter mitteilte. 2018 übergab die Stadt der Jüdischen Gemeinde ein rund 950 Quadratmeter großes Grundstück im Stadtzentrum. Darauf stand bis zum 9. November 1938 die Dessauer Synagoge, die in der Pogromnacht zerstört wurde.

Neben einem Zuschuss für den Erwerb des Grundstücks in Höhe von 95 000 Euro hat die Stadt der Jüdischen Gemeinde einen Baukostenzuschuss von 100 000 Euro gewährt, wie es weiter hieß. Im Februar dieses Jahres überreichte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) dem Gemeindevorsitzenden Alexander Wassermann eine Fördermittelzusage über rund 1,9 Millionen Euro. Weitere Mittel kommen vom Zentralrat der Juden in Deutschland, privaten Spendern sowie Lotto-Fördermittel und Geld des Landes für die Sicherheitsmaßnahmen. Bisherigen Angaben zufolge ist die Fertigstellung des Synagogenbau für 2021 geplant.

Auch in Magdeburg soll eine Synagoge gebaut werden. Das historische Gebäude war am 9. November 1938 verwüstet, schließlich gesprengt und abgetragen worden.

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