Magdeburg (dpa/sa) - Sachsen-Anhalts AfD-Landeschef Martin Reichardt führt seine Landespartei im Bundestagswahlkampf an. Der 51-Jährige setzte sich bei der Wahl um den Spitzenplatz am Sonntag auf einem Parteitag in Magdeburg gegen den Landtagsabgeordneten Robert Farle und das AfD-Mitglied Rene Vollmann durch. Reichardt erhielt 229 der 348 abgegebenen Stimmen, was einer Zustimmung von 65 Prozent entspricht. Für Farle stimmten 23 Prozent der Anwesenden.

Der 70-Jährige hatte bei seiner Bewerbungsrede gesagt, er wisse, dass er keine Chance auf einen Sieg habe, wolle aber vor einer Spaltung der Partei warnen. Er kritisierte, es habe Treffen in Hinterzimmern gegeben, um die Kandidatenlisten für Landtags- und Bundestagswahl vorab zu bestimmen und monierte auch, dass ein Parteitag am 4. Advent viele Mitglieder von einer Beteiligung abhalte. Er wolle, dass die Partei frei und lebendig bleibe. Farle will eigentlich in den Bundestag, wurde bei den vorab bekanntgewordenen Wahlvorschlägen aber nicht berücksichtigt.

Landeschef Reichardt verwies in seiner Rede auf seine bisherige Arbeit im Bundestag. Er sprach davon, dass das "politische Establishment" seine undemokratische Fratze mehrfach gezeigt habe. Die AfD sei die einzige Partei, die konstruktive Politik mache. Der gebürtige Niedersachse sitzt seit 2017 für die AfD im Bundestag. Ende September 2021 ist wieder Bundestagswahl, dreieinhalb Monate vorher wählt Sachsen-Anhalt einen neuen Landtag.

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