Berlin/Oschersleben (dpa) - Weil sie in einem ehemaligen Landgasthof in Sachsen-Anhalt eine Cannabis-Plantage betreiben haben sollen, stehen vier Männer vor dem Berliner Landgericht. Die 33- bis 61-Jährigen hätten sich im Spätsommer 2019 zu einer Bande zusammengeschlossen, zunächst etwa 800 Setzlinge gepflanzt und eine erste Ernte verkauft, heißt es in der zu Prozessbeginn am Dienstag verlesenen Anklage. Die Verteidiger erklärten, ihre Mandanten würden sich derzeit nicht zu den Vorwürfen äußern.

Ermittlungen der Polizei in Berlin und Sachsen-Anhalt führten im Juni 2020 zur Festnahme der mutmaßlichen Drogenhändler. Damals wurde in dem Gasthof im Bereich Oschersleben westlich von Magdeburg eine Indoor-Plantage auf etwa 200 Quadratmetern entdeckt. Die Staatsanwaltschaft geht davon aus, dass eine erste Ernte mit einem Gesamttrockengewicht von 24 Kilogramm zu Konsumeinheiten verarbeitet und verkauft worden sei. Die Angeklagten hätten den Erlös von mindestens 240 000 Euro untereinander aufgeteilt.

Bei der Durchsuchung des Gasthofes wurden laut Ermittlungen weitere 885 Cannabis-Pflanzen mit ausgeprägten Blütenständen und mit einem Trockengesamtgewicht von etwa 32 Kilogramm sichergestellt. Damals hatte die Polizei auch Wohnungen und Geschäftsräume in den Berliner Stadtteilen Wedding, Reinickendorf und Mariendorf durchsucht.

Ein 61-jähriger Angeklagter soll den ehemaligen Landgasthof 2018 erworben und den übrigen Verdächtigen zur Verfügung gestellt haben. Diese drei Männer hätten den Anbau und die Pflege der Pflanzen in einer Indoor-Plantage "organisiert, geplant und umgesetzt", so die Anklage. Seit knapp fünf Monaten befinden sich die Männer - drei aus Berlin und einer mit Adresse in Oschersleben - in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 27. November fortgesetzt.