Klietz (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt sollen in den kommenden Jahren rund 16 000 Hektar Fläche für den Rückhalt von Hochwasser entstehen. 33 Maßnahmen stellte Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) am Donnerstag in Klietz in der Altmark vor, wie ihr Ministerium mitteilte. Geplant sind demnach Deichrückverlegungen und Flutungspolder, die sich auf die Flüsse Elbe, Saale, Mulde, Havel, Weiße und Schwarze Elster verteilen.

"Im Ergebnis werden Flusslandschaften entstehen, die im Falle einer Überschwemmung als natürlicher Wasserspeicher dienen und damit eine Entlastung der Flüsse bewirken", erklärte Dalbert der Mitteilung zufolge. Damit werde etwas Gutes für den Hochwasserschutz, den Artenschutz und die Auenwälder getan. Bei der Umsetzung sollen die Anwohner den Angaben zufolge frühzeitig einbezogen und beteiligt werden.

Der Bauernverband "Börde" forderte unterdessen die Ministerin auf, die Landwirte beim Thema Hochwasserschutz zu beteiligen. Es dürfe keine Umwandlung von Ackerland in Grünland auf Überflutungsflächen geben, so Verbandssprecher Christian Apprecht. Auch solle dort auf das Anlegen von Flutmulden oder Auwäldern verzichtet werden.

Laut Apprecht wären einige Landwirtschaftsbetriebe "in großem Umfang von den geplanten Deichrückverlegungen und Polderbauten betroffen, bis hin zu existenzgefährdendem Ausmaß." Deshalb müssten Entschädigungsfrage für die Flutung neuer Polder im Zuge des Planfeststellungsverfahrens geklärt werden. Im Wasserhaushaltsgesetz solle ein "Rechtsanspruch auf die Kompensation von Flurschäden durch die Flutung von Poldern" verankert werden.