Magdeburg/Halle (dpa/sa) - In Sachsen-Anhalt nutzen deutlich mehr Familien die Möglichkeit, ihre Kinder in den geschlossenen Kitas und Schulen notbetreuen zu lassen. Im Vergleich zu voriger Woche hat sich die Zahl der Kinder in den Kitas mehr als verdoppelt, wie eine Sprecherin des Sozialministeriums unter Berufung auf eine Abfrage in den Kreisen und kreisfreien Städten sagte. Etwa elf Prozent aller angemeldeten Kinder werden derzeit betreut. In den Wochen davor habe dieser Anteil jeweils bei etwa 5 Prozent gelegen. Auch Magdeburg und Halle berichteten zuletzt, dass sich die Zahl der Kinder in den Kitas binnen einer Woche auf 2000 beziehungsweise 1100 verdoppelt hat.

In den Schulen werden ebenfalls mehr Kinder betreut, wie die wöchentliche Stichtagserhebung des Bildungsministeriums ergab. So waren am Mittwoch fast 2900 Schülerinnen und Schüler in den Grund- und Förderschulen. Das waren gut 1200 mehr als in der Vorwoche. "Wir liegen aber trotz der Ausweitung auf einem sehr geringen Niveau der Notbetreuung", sagte Bildungsminister Marco Tullner (CDU). Das zeige, dass Familien sensibel mit der Möglichkeit umgingen.

Hauptgrund für den Anstieg der Betreuungszahlen ist, dass das Land den Kreis der Familien erweitert hat, die wegen unverzichtbarer Jobs einen Anspruch auf Notbetreuung haben. Sozialministerin Petra Grimm-Benne (SPD) kündigte zuletzt an, dass der Kreis der Anspruchsberechtigten mit jeder weiteren Lockerung der Corona-Regeln erweitert werden soll, um schrittweise zum Normalbetrieb zurückzukehren. Schulen und Kitas im Land sind seit dem 16. März geschlossen, um die Ausbreitung des Coronavirus zu verlangsamen.